Das vermeintlich schwache Geschlecht schlägt zurück: Camilla Läckberg – No mercy. Rache ist weiblich.

Schweden in einem ganz normalen Jahr noch vor Corona. Hier leben an unterschiedlichen Orten drei Frauen mit den Namen Ingrid, Brigitta und Viktoria. Alle drei haben ihre eigenen Lebensläufe und verschiedene Interessen. Auch sind sie unterschiedlich alt. Was sie jeweils allerdings eint, ist, dass jede von ihnen mit einem narzisstischen, nur an sein eigenes Vergnügen denkenden, Mistkerl verheiratet ist.

Jede von ihnen hat, unabhängig voneinander, darum langfristig nur einen Plan: Sie will ihren Mann verlassen, ein neues Leben beginnen und von ihm zukünftig in Ruhe gelassen werden. Möglicherweise, wenn er es nicht anders kapiert, sogar, indem sie ihn aus dem Weg schafft. Doch das ist alles gar nicht so einfach. Viktoria beispielsweise ist aus Russland immigriert und darf nur deswegen in Schweden leben, weil sie mit dem Schweden Malte, angeblich Inhaber einer IT-Firma und dazu noch Tagedieb, verheiratet ist.

Ingrid war mal Journalistin und ist nur ihrem Mann Tommy zuliebe zu Hause geblieben, weil er als Chefreporter ein wesentlich höheres Gehalt mit nach Hause bringt. Brigitta hat von vorn herein auf einen Job verzichtet, weil sie und ihr Mann Jakob, ein selbstständig tätiger Buchhalter, Zwillinge zu versorgen haben. Die beiden 20-Jährigen Jungs sind mittlerweile allerdings aus dem Gröbsten raus.

Das Besondere an den drei Ehemännern ist zudem, dass sie entweder untreu sind oder gewalttätig. Also Typen, mit denen eigentlich keine Frau etwas zu tun haben möchte. Aber, wie dem meist so ist: Zu Beginn konnten sie auch richtig charmant sein, das allerdings nur, bevor sie den Frauen ihr wahres Gesicht gezeigt haben. Nachdem die Damen ihnen dann den kleinen Finger gereicht haben, haben sie gleich die ganze Hand genommen.

Nun wollen sich die Damen, jede auf ihre ganz eigene Weise, dafür erkenntlich zeigen, aber wie sie das machen, das werde ich Euch noch nicht verraten. Denn dafür solltet Ihr Euch das grandiose Werk No Mercy: Rache ist weiblich tatsächlich selbst anhören. Nach dieser raffinierten Kurzgeschichte kann ich zumindest verstehen, warum Camilla Läckberg auch die schwedische Antwort auf Agatha Christie genannt wird.

Mir hat das von Vera Teltz intonierte zweieinhalb-stündige Hörbuch, herausgegeben von Hörbuch Hamburg, sehr gut gefallen und ich freue mich auch darauf, mir mal etwas Längeres von Frau Läckberg anzuhören.

Hörprobe