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Von „Poker Face“ bis „Born this Way“: Melanie Raabe – Lady Gaga

Im Frühjahr 2008, ich lebte gerade in Cuxhaven an der Nordseeküste, erschien eine junge, quirlige Blondine auf der Bildfläche meines kleinen, stets mit dem Musiksender Viva bestückten Fernsehapparates und forderte ihr Publikum auf: „Just Dance“. Das war meine erste Konfrontation mit Lady Gaga. Kurze Zeit später sollte ihre zweite Singleauskopplung „Poker Face“ zu einem der Hits des Jahres 2008 werden.

Es folgten in loser Abfolge die weiteren Hits „Paparazzi“, „Alejandro“ und „Bad Romance“. Schon bald war ich zum Fan ihrer Musik geworden. Nachdem ich nach einiger Zeit wieder in meine Heimatstadt Lehrte in der Region Hannover zurückgekehrt war, fand ich beim Lesen eines Zeitungsartikels heraus, dass Lady Gaga mit mir außerdem nicht nur die Begeisterung für flotte Musik teilt, sondern auch den Vornamen. Im wahren Leben heißt sie nämlich Stefani Joanne Germanotta und kommt aus New York in den USA.

Schon kurze Zeit später konnte ich mir den Titel ihres zweiten Albums „Born this Way“ zum Motto für mein weiteres Leben machen, denn seit dem Äußerst-hinderlich-werden einer Multiple Sklerose-Erkrankung im Jahr 2014, die schon seit meiner Kindheit in mir schmorte, sitze ich im Rollstuhl. Darum bin ich von Lady Gagas Musik ein wenig abgekommen und widme mich mittlerweile seit mehreren Jahren vor allen Dingen dem Medium Hörbuch.

Und, wie der Zufall es nun will, hat nun ausgerechnet eine meiner Lieblingskriminalautorinnen, nämlich Melanie Raabe, ein schönes kleines Hörbuch über Ihre Lieblingsmusikerin, nämlich Lady Gaga, aufgenommen. Natürlich konnte ich mir dieses, im Argon Verlag erschienene, Hörbuch nicht entgehen lassen. Dabei durfte ich aus ihrem Munde noch einige weitere Fakten erfahren, die mir in den letzten Jahren bezüglich Lady Gaga entgangen sind.

Wenn Ihr auch Fans von Melanie Raabe und/oder von Lady Gaga seid, kann ich Euch dieses Hörbuch nur ans Herz legen.

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Der Neid eines Trittbrettfahrers zwingt ihn zur Rückkehr – Dr. Sommerfeldt ist wieder da: Klaus-Peter Wolf – Ostfriesenzorn

Eigentlich dachte ich, die Geschichte um Dr. Bernhard Sommerfeldt sei abgeschlossen. Aber ganz offensichtlich wollten andere Hörer und Leser seiner Geschichte das nicht. Und so wird der in der JVA Lingen Einsetzende von einem neuerlichen Serienkiller herausgefordert, der auf der Insel Langeoog sein Unwesen treibt. Dieser hat tatsächlich die Geschichte des Doktors – wie auch in Wirklichkeit in dieser Geschichte ein aktueller Bestseller – gelesen und es sich zunutze gemacht, dass der Doktor keine Frauen umbringen kann.

Also übernimmt der neue Mörder diesen Part und das auch noch auf ziemlich perfide Weise, indem er die Frauen mit einer Stahlschlinge um den Hals erwürgt. Zu den Getöteten zählen einige Urlauberinnen und auch einige Einheimische, die dem Killer in irgendeiner Form im Weg sind. Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen Weller und Rupert können gar nicht so schnell reagieren, wie weitere Frauen auf der Insel ermordet und gefunden werden.

Als die Kommissarin schließlich auch noch E-Mails von Dr. Sommerfeldt aus der JVA weitergeleitet bekommt, deren Anhänge Fotos von den Ermordeten zeigen, versteht sie, dass der neue Mörder sich offensichtlich entweder auch mit ihm anlegen oder die Polizei in dessen Namen auf eine falsche Fährte locken möchte. Sommerfeldt versichert der Kommissarin glaubhaft, dass er mit der Sache nichts zu tun hat. Also muss sie sich anhand von Indizien neuerlich auf die Suche nach dem Bösewicht machen und gerät dabei selbst in Lebensgefahr…

Klaus-Peter Wolf hat offensichtlich die uns allen seitens der Bundesregierung auferlegte Corona-Pause kreativ genutzt und mal eben einen neuen Serienkiller erschaffen, der dem „Alten“ Konkurrenz machen möchte. Weil er das Hörbuch Ostfriesenzorn, erschienen bei goyalit, natürlich wieder selbst vorträgt, ist ihm deutlich das Vergnügen an seiner Erzählung und den Charakteren anzuhören. Allen Fans seiner Krimis sei auch dieser wieder wärmstens empfohlen.

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Wie geht die Geschichte um Kriminalkommissar Alexander Born zu Ende? Linus Geschke – Engelsgrund

Der ehemalige Berliner Kriminalkommissar Alexander Born hat in Tannenstein und Finsterthal schon eine Menge erlebt. In beiden Orten spielte stets die russische Mafia eine nicht unbedeutende Rolle. Der letzte Teil der exklusiv bei Audible Studios erschienenen Born-Triologie führt ihn von der deutschen Hauptstadt nach Belgien, genauer gesagt, in die Ardennen.

Dorthin hat ihn seine frühere Kollegin und Freundin Carla geschickt. Er soll nach ihrer Tochter Malin suchen, die sich der dort beheimateten Umwelt-Sekte Cernunnos angeschlossen hat. Kürzlich ist nun etwas Unfassbares geschehen: Zwei weibliche Aussteigerinnen aus der Sekte wurden brutal ermordet. Nun hat Carla verständlicherweise Angst um ihre Tochter.

Born verspricht, nach Belgien zu reisen und sich um ihren Verbleib zu kümmern. Auch will er den Anführer der Sekte, einen deutschen Aussteiger, etwas genauer unter die Lupe nehmen. Dabei kommt ihm ausgerechnet Andrej Volkov, der Chef des russischen Mafia Clans, der sich in Deutschland niederlassen will, zur Hilfe. Einer seiner jungen Gefolgsleute soll sich in Belgien in die Sekte einschleichen, um Malin zu beschützen.

Ob ihm das gelingt und wie sich die Geschichte rund um Alexander Born schließlich entwickeln wird, das hört Ihr im 11 1/2 Stunden dauernden dritten Teil der Born-Triologie mit dem Namen Engelsgrund. Eingesprochen wurde der dritte Teil von Sprecher Josef Vossenkuhl, der dem Abschluss der Geschichte die nötige Spannung verleiht.

Mir hat die komplette Born-Triologie von Linus Geschke sehr gut gefallen. Man kann es auch so sagen: Da hat einer das Handwerkszeug der journalistischen Recherche extrem gut genutzt, um einen spannenden, unglaublich realistisch wirkenden Kriminalroman, aufgeteilt in drei aufeinander aufbauende Episoden, zu schreiben. Davor kann ich meinerseits nur den Hut ziehen.

Hörprobe

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Ein Killer ist in Deinem Haus und er beobachtet Dich: David Jackson – Der Bewohner

Hoerbuch David Jackson Der BewohnerIrgendwo am Rande von London in England. Thomas Brogan, ein lang gesuchter Serienkiller, ist auf der Flucht vor der Polizei. Als sein neues Versteck hat er den Dachboden eines Reihenhauses auserkoren. Dieser bietet den Vorteil, dass man durch kleine Löcher am Boden direkt in sämtliche Wohnungen hineinschauen kann. Da außer seinem Killerinstinkt auch noch die Neugier ein wesentliches Merkmal seiner Person ist, ist dieses Versteck das Beste, was er sich je ausgesucht hat. Er kann jede Bewegung der Menschen, die unter ihm leben, mitverfolgen, ohne dass sie ihn bemerken.

Bevor er sich auf dem Dachboden dieses Hauses niedergelassen hat, war er schon in einer Häuserzeile einige Straßen entfernt aktiv gewesen. Dort hatte man ihn jedoch entdeckt, was seine Entdecker mit dem Leben bezahlen mussten. Nun aber hat er es vorwiegend mit der Beobachtung des Lebens eines jungen Ehepaares und mit einer alten Dame zu tun. Schon seit seiner Kindheit führt Thomas Brogan stets Selbstgespräche und stimmt sich immer wieder mit seinem zweiten Ich über sein Tun ab.

Von den Konflikten, die er mit sich selbst und mit den Menschen, die er beobachtet, im Laufe der Zeit bekommt, handelt das bei Audio-to-Go unter dem Namen Der Bewohner erschienene Hörbuch. Die literarische Vorlage ist als Taschenbuch oder eBook bei Rowohlt auf Deutsch veröffentlicht worden. Autor David Jackson hat uns mit seinem Werk einen interessanten Einblick in die Psyche einer verlorenen Seele verschafft. Ich kann Euch das Buch zum Hören oder Lesen nur empfehlen.

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Diese wunderbare Krimiserie wärmt Herz und Seele: Katharina Schendel – Hummelstich

Die 63-Jährige rüstige Rentnerin Scarabea (Bea) von Maarstein ist ein wahrhaft bunter Charakter, nicht nur, was ihre Kleidung angeht. Sie ist schon durch die halbe Welt mit ihrem Bücherbus getingelt. Denn ihre große Leidenschaft, das Lesen, wollte sie auch anderen Menschen auf diese Weise näher bringen.

Nun ist ihre beste Freundin Henrietta (Hetti) von Eichhorn, eine ehemalige Zirkusartistin, verstorben. Sie hat Bea darum nicht nur drei Wurfmesser hinterlassen, sondern außerdem noch ein komplettes Haus voller Bücher in der kleinen Ortschaft Hummelstich. Die weit Gereiste fühlt sich sofort wohl in dem Haus. Ebenso wie ihr Lebensgefährte Dr. Jekyll, ein rot gefiederter Ara Papagei, der sich selbst allerdings für einen Menschen hält.

Bei näherer Betrachtung der Bücher in Hettis Arbeitszimmer fällt Bea plötzlich auf, dass aus Hettis Lieblingskrimi, „Die Mausefalle“ von Agatha Christie, ein blutiges Messer herausragt. Mit einem Mal bekommt sie Zweifel an der Tatsache, das Hetti eines natürlichen Todes gestorben sein soll. Sie wendet sich darum an die örtliche Polizei, verkörpert durch den jungen Dorfpolizisten Sven Grüneis. Gemeinsam mit ihm macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder ihrer besten Freundin und das mit viel Gespür und Leidenschaft für die Sache.

Schon bald schließen die beiden Freundschaft miteinander. Eine, die sie auch zukünftig zu Partnern in Sachen Ermittlungen machen wird. Ebenfalls eine ortsansässige Tierärztin und ein Kriminalinspektor aus der nahegelegenen Stadt werden zur festen Besetzung dieser Kurzkrimireihe aus dem Hause Lübbe Audio. Eine wahrhaft gelungene Serie, die sich Autorin Katharina Schendel da ausgedacht hat. Die Charaktere werden von ihr äußerst warmherzig und menschlich gezeichnet, so dass es jedesmal viel Freude macht, der jeweiligen Folge zuzuhören.

Das liegt nicht zuletzt auch an Vorleserin Gabriele Blum. Sie verkörpert nicht nur den Papagei Dr. Jekyll wahrlich meisterhaft, sondern man merkt auch bei allen anderen Charakteren, dass ihr der Vortrag großen Spaß gemacht haben muss. Mittlerweile sind neben der ersten Folge Ein Mord kommt selten allein noch zwei weitere Folgen erschienen. Für mich eine ganz klare Hörempfehlung.

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Mörderisch schmackhaft: Jörg Maurer – Den letzten Gang serviert der Tod

Kommissar Hubertus Jennerwein aus dem schönen Allgäu wird in seinem 13. Fall zu einem ganz besonderen Gasthof, dem „Hubschmit’s“, gerufen. Hier trifft sich die örtliche Prominenz regelmäßig zum Kochen in einem extra dafür geschaffenen Kochclub. Doch nun wurde im Hubschmit’s dem ebenfalls zum Club gehörigen Chefkoch im wahrsten Sinne des Wortes die Suppe versalzen. Er wird niedergestochen und kopfüber in eine kochende Bouillabaisse versunken aufgefunden.

Kurze Zeit später wird auch sein Chef mit viel Heimtücke umgebracht. Als man ihn findet sitzt er vor einem Teller mit gekochten Steinpilzen. Vorab wurde er offensichtlich vergiftet. Jennerwein und sein Team müssen die beiden wahrhaft geschmacklosen Mordtaten aufklären. Was sogar ein ehemaliger Bundespräsident und Superstar Bob Dylan mit der ganzen Sache zu tun haben, das erfährt der Hörer aus dem Munde von Autor und Kabarettist Jörg Maurer höchstpersönlich. Auch Pilzliebhaber und Freunde der gehobenen Gastronomie kommen bei diesem Krimi auf ihre Kosten.

Mir gefällt es sehr gut, mit wie viel unterschwelligem Humor und zudem Liebe zum Detail Maurer seine Geschichten schreibt. Die knapp elf Stunden Spieldauer von Den letzten Gang serviert der Tod, erschienen im Argon Verlag, vergehen durch die launige Art seines Vortrages wie im Fluge und man hat dabei dann sogar noch was gelernt.

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Was der Hass eines Vaters doch für Folgen haben kann: Andreas Franz – Schrei der Nachtigall

Landwirt Kurt Wrontzek bricht sich eines Tages unerwartet bei einem Sturz von seinem Heuschober das Genick. Kurze Zeit später wird seine Tochter Allegra gemeinsam mit ihrem Freund Johannes in einen Autounfall verwickelt, bei dem der Freund stirbt. Allegra selbst wird fortan zur Wachkomapatientin.

Danach wird im Ort bekannt, dass der für die Gesunderhaltung der Großtiere des Bauern verantwortliche Tierarzt des Öfteren gemeinsam mit dem Landwirt beim örtlichen horizontalen Gewerbe zu Gast war. Dessen Frau war ebenfalls vor einigen Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Zufall, oder hängen diese ganzen Ereignisse irgendwie miteinander zusammen?

Hauptkommissar Peter Brandt von der Kripo Offenbach ermittelt. Dabei treten noch einige weitere Ereignisse zu Tage, von denen die Öffentlichkeit bislang noch nichts wusste…

Andreas Franz, der geniale Schriftsteller und Erschaffer dieser Zeilen, ist leider schon im Jahr 2011 verstorben. Dennoch wurde im August 2020 ein erneuter Teil seiner Reihe um den Ermittler Peter Brandt von Audio To Go mit Tommi Piper als Sprecher vertont.

Als Liebhaber von Krimi Hörbüchern solltet Ihr Euch Schrei der Nachtigall, ein wahres Prunkstück aus der Feder des viel zu früh verstorbenen Autors, auf keinen Fall entgehen lassen.

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Das vermeintlich schwache Geschlecht schlägt zurück: Camilla Läckberg – No mercy. Rache ist weiblich.

Schweden in einem ganz normalen Jahr noch vor Corona. Hier leben an unterschiedlichen Orten drei Frauen mit den Namen Ingrid, Brigitta und Viktoria. Alle drei haben ihre eigenen Lebensläufe und verschiedene Interessen. Auch sind sie unterschiedlich alt. Was sie jeweils allerdings eint, ist, dass jede von ihnen mit einem narzisstischen, nur an sein eigenes Vergnügen denkenden, Mistkerl verheiratet ist.

Jede von ihnen hat, unabhängig voneinander, darum langfristig nur einen Plan: Sie will ihren Mann verlassen, ein neues Leben beginnen und von ihm zukünftig in Ruhe gelassen werden. Möglicherweise, wenn er es nicht anders kapiert, sogar, indem sie ihn aus dem Weg schafft. Doch das ist alles gar nicht so einfach. Viktoria beispielsweise ist aus Russland immigriert und darf nur deswegen in Schweden leben, weil sie mit dem Schweden Malte, angeblich Inhaber einer IT-Firma und dazu noch Tagedieb, verheiratet ist.

Ingrid war mal Journalistin und ist nur ihrem Mann Tommy zuliebe zu Hause geblieben, weil er als Chefreporter ein wesentlich höheres Gehalt mit nach Hause bringt. Brigitta hat von vorn herein auf einen Job verzichtet, weil sie und ihr Mann Jakob, ein selbstständig tätiger Buchhalter, Zwillinge zu versorgen haben. Die beiden 20-Jährigen Jungs sind mittlerweile allerdings aus dem Gröbsten raus.

Das Besondere an den drei Ehemännern ist zudem, dass sie entweder untreu sind oder gewalttätig. Also Typen, mit denen eigentlich keine Frau etwas zu tun haben möchte. Aber, wie dem meist so ist: Zu Beginn konnten sie auch richtig charmant sein, das allerdings nur, bevor sie den Frauen ihr wahres Gesicht gezeigt haben. Nachdem die Damen ihnen dann den kleinen Finger gereicht haben, haben sie gleich die ganze Hand genommen.

Nun wollen sich die Damen, jede auf ihre ganz eigene Weise, dafür erkenntlich zeigen, aber wie sie das machen, das werde ich Euch noch nicht verraten. Denn dafür solltet Ihr Euch das grandiose Werk No Mercy: Rache ist weiblich tatsächlich selbst anhören. Nach dieser raffinierten Kurzgeschichte kann ich zumindest verstehen, warum Camilla Läckberg auch die schwedische Antwort auf Agatha Christie genannt wird.

Mir hat das von Vera Teltz intonierte zweieinhalb-stündige Hörbuch, herausgegeben von Hörbuch Hamburg, sehr gut gefallen und ich freue mich auch darauf, mir mal etwas Längeres von Frau Läckberg anzuhören.

Hörprobe

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Kleiner Polizist mit großem Auftrag: Klaus-Peter Wolf – Rupert Undercover

Bei der Kripo in der ostfriesischen Stadt Norden herrscht im Team von Hauptkommissarin Ann-Kathrin Klassen helle Aufregung. Nun soll endlich Kommissar Ruperts Probe aufs Exempel für seinen langersehnten Gang zum BKA stattfinden. Er ist nämlich der so gut wie perfekte Doppelgänger von Frederico Müller-Gonzales, einer Unterweltgröße im Drogenmilieu. Diesen Dealerboss hat das BKA kürzlich einkassiert. Nun soll Rupert ihn vor dessen Schergen vertreten. Damit will das BKA die ganze Bande auf einmal hochgehen lassen.

Kriminaldirektorin Liane Brennecke ist damit beauftragt, Rupert abzuholen und in seinen neuen Job einzuweisen. Rupert freut sich wie ein kleiner Junge, denn ausgerechnet an seinem Geburtstag geht sein seit Kindheitstagen gehegter Wunsch in Erfüllung. Doch für seinen Job muss er zunächst einmal in kürzester Zeit 10 Kilo zulegen, zum Vegetarier werden und dazu noch zum Weinkenner. Denn das gehört zum Charakter von Frederico Müller-Gonzalez dazu. Auch in Sachen bildender Kunst und in unterschiedlichen Sprachen muss er Kenntnisse erlangen, und dass möglichst schnell.

Keine leichte Aufgabe für den Sunny Boy unter den Nordener Polizisten. Aber er wagt es trotzdem. Wie er seine Aufgabe meistert und ob die Schergen aus der Unterwelt ihm auf den Leim gehen, das erfahrt Ihr, wenn Ihr in das, ebenso, wie die Sommerfeldt Triologie der letzten drei Jahre, von Klaus-Peter Wolf erneut als Sommerkomödie angelegte, Hörbuch Rupert Undercover, erschienen bei Goya Lit, hineinhört. Natürlich hat der Autor es sich auch dieses Mal nicht nehmen lassen, den Text selbst vorzutragen. Auch seine Frau, Bettina Göschl, hat dieses Mal mit einer wunderschönen einleitenden Titelmusik zum Hörbuch beigetragen.

Mich wundert es, ehrlich gesagt, nicht, dass Klaus-Peter Wolfs Fangemeinde immer größer wird. Die Kriminalfälle, die er sich ausdenkt, sind ebenso spannend, wie die Charaktere, die darin verwickelt sind. Außerdem zeigt er immer wieder, wie humorvoll auch die Norddeutschen, hier vor allem die Ostfriesen, sein können. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall aus seiner Feder.

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Alles andere, als tottraurig: Richard Roper – Das Beste kommt noch

Der melancholische Andrew Smith ist Angestellter bei der Nachlassverwaltungsbehörde eines Londoner Stadtteils. Beim Bewerbungsgespräch dazu hatte er gegenüber seinem Chef Cameron über sich berichtet, er sei Vater von zwei Kindern und glücklich mit seiner Frau Dianne verheiratet. Außerdem würde ihm seine zukünftige Tätigkeit aufgrund des Nutzens für die Menschen viel Freude bereiten. Nichts davon stimmte.

In Wahrheit ist Andrew Single und lebt allein – ähnlich, wie viele seiner verstorbenen Kunden. Er beschäftigt sich dafür ausgiebig mit seinem Hobby Modelleisenbahnen und tauscht sich gern mit anderen Eisenbahnliebhabern in einem Forum im Internet aus. Über seine fiktive Familie erfindet er im Laufe der Zeit gegenüber seinem Chef und den Kollegen immer neue Geschichten. So hält er seine Lüge aufrecht. Bis seine neue Kollegin Peggy bei ihm im Büro anfängt. Schon während der Einarbeitung bemerkt er, dass sie ihm gefällt. Doch leider ist die temperamentvolle Rothaarige verheiratet und denkt auch dasselbe von ihm. Dennoch versucht er sein Glück bei ihr, denn ein solcher Mensch wird ihm so schnell nicht wieder begegnen…

Irgendwie haben mich Andrews Lügengeschichten an etwas erinnert, was mir selbst vor etwas mehr als 15 Jahren widerfahren ist. Jemand, bei dem ich glaubte, ihn sehr gut zu kennen, hat sich im Nachhinein als riesengroßer Lügenbold herausgestellt. Meine Geschichte ging damals darum auch nicht so gut aus, wie die romantische Liebesgeschichte von Richard Roper es vermutlich tun wird. Ich will Euch natürlich nicht zu viel davon verraten.

Als Hörbuchinterpret hat sich, nach meinem Empfinden, Matthias Matschke als echter Glücksfall herausgestellt. Denn er versteht es hervorragend, die leisen humorvollen Zwischentöne aus der Geschichte heraus zu kitzeln. Das Beste kommt noch ist im Argon Verlag erschienen und als romantische Komödie fürs Wochenende (oder in der Corona Zwangspause) wärmstens zu empfehlen.