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Der Auftakt einer zweiten „Millenium-Triologie“: Linus Geschke – Tannenstein


Fast 15 Jahre nach der Veröffentlichung von Verblendung, dem ersten Hörbuch der Millennium Triologie von Stieg Larsson, ist nun in Deutschland ein wahrlich ebenbürtiges Werk erschienen. Der aus Köln stammende Autor trägt den Namen Linus Geschke, ist wie Larsson ebenfalls Journalist und das erste Hörbuch seiner von Audible Studios vertonen Triologie ist betitelt mit dem Namen Tannenstein.

Die Hauptfigur ist, anders als bei Larsson, ein normalerweise beim LKA Berlin tätiger Polizist namens Alexander Born. Er bekommt in seinem ersten Fall bereits jede Menge zu tun. Fünf Jahre bevor er überhaupt tätig wird ist in dem kleinen sächsischen Dorf Tannenstein, gelegen unweit der tschechischen Grenze, ein Wanderer in einer zum Ort gehörenden Herberge untergekommen. Dieser Mann, der sich niemandem vorstellt, lebt fast ein ganzes Jahr unauffällig mit den Dorfbewohnern im Ort zusammen. Dann betritt er 2013 plötzlich eines Abends die örtliche Gastwirtschaft und erschießt dort elf Gäste. Unter ihnen befindet sich Lydia, ebenfalls Polizistin und die ehemalige Geliebte Borns, der zu dieser Zeit in einer JVA aufgrund von Drogenhandel einsitzt.

Offensichtlich möchte der Täter gefunden werden, denn er sendet Alexander Born jedes Jahr am Jahrestag einen Zettel mit der Aufschrift Tannenstein ins Gefängnis. Nachdem Born 2017 von dort frei kommt bittet er seinen Chef beim LKA Berlin, nach Tannenstein versetzt zu werden. Denn er möchte Lydias Mörder finden. Hilfe bekommt er dabei von Nora Bernsen. Sie ist ebenfalls beim LKA tätig und ein Ass in Sachen Recherche. Sie findet schnell heraus, das der Fall irgendetwas mit der russischen Mafia zu tun hat. Als Born daraufhin seinen russischen Gefängnis-Kumpel Dimitri interviewt, fällt immer wieder der Name Wladimir Kosslov. Der soll in Mafia-Kreisen ein hohes Tier sein. Was er jedoch mit dem Wanderer zu tun hat, das muss Born erst noch herausfinden…

Ich habe in den letzten Jahren ja schon viele Kriminalromane gehört, aber so sehr überrascht hat mich noch keiner. Das fängt schon an mit der fast wie selbstverständlich ausgeführten Tat des Wanderers. Auch die Methoden, mit denen Born und Bernsen ermitteln, sind alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Geschke hat für seinen Roman in jedwede Richtung sehr gut recherchiert. Darüber hinaus schafft er es durch seinen wunderbar nüchternen Schreibstil, seine Hörer an die Geschichte zu fesseln. Unterstützung bekommt er dabei von Hörbuchsprecher Peter Lontzek, der das Ganze auf grandiose Weise vorträgt. Mir hat das Hörbuch richtig gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, der Finsterthal heißt und kürzlich erschienen ist. Nur auf den dritten Teil der Born- Triologie müssen gespannte Hörer noch bis zum Januar 2021 warten.

Hörprobe

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