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Was Schmetterlinge mit hohen Schuhabsätzen zu tun haben: Max Bentow – Der Schmetterlingsjunge

Wenn es eine Krimireihe gibt, an der ich dranbleibe, dann sind es die Fälle rund um Kommissar Nils Trojan. Denn dem Schauspieler und Schriftsteller Max Bentow ist mit dieser Reihe etwas ganz Besonderes gelungen. Die Fälle sind spannend, blutig und grausig, haben aber auch immer etwas Außergewöhnliches an sich. Schon der erste Fall mit dem Titel Der Federmann und der daran anknüpfende fünfte Fall Das Dornenkind zogen mich dermaßen in den Bann, dass ich mir auch alle übrigen Hörbücher der Reihe zugelegt habe.

In diesem Jahr ist nun der neuste Fall mit dem Titel Der Schmetterlingsjunge auf den Markt gekommen. Es ist Kommissar Trojans siebter Fall und zugleich einer der Grausamsten und irgendwie auch der Kreativsten. Ich freue mich darüber, dass auch dieses Hörbuch wieder von Axel Milberg gesprochen wird. Ihn schaue ich nicht nur als Kommissar Borowski im Tatort besonders gern, sondern ich höre es mir auch gerne an, wenn er Hörbücher eingesprochen hat.

In einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg wird eine Frau auf ihrem Bett im Schlafzimmer gefunden, die von vorne mit mehreren Stichen eines spitzen Gegenstands erstochen wurde. Auf ihrem Rücken hat der Täter das wunderschöne Gemälde eines Schmetterlings hinterlassen. Der linke Fuß wurde auf der Sohle kunstvoll aufgeschlitzt und mit merkwürdigen Zeichen versehen, auf die sich niemand einen Reim machen kann.

Auch Kommissar Trojan nicht. Dieser kümmert sich zuallererst um Sebastian, den zwölfjährigen Sohn des Opfers, einer alleinerziehenden Mutter. Ihn hatte der Täter in seinem Zimmer betäubt und im Bett liegen gelassen. So hatte er von dem ganzen Geschehen nichts mitbekommen. Im Schlafzimmer der Frau werden von den Ermittlern viele Abdrücke von hohen Schuhen mit Pfennigabsatz wahrgenommen. Ob sie mit der Tat zu tun haben, ist noch unklar.

Kurze Zeit später wird die dreizehnjährige Sarah mitten in der Nacht von einem komischen Geräusch geweckt. Ein ganz in weiß gekleideter Mann mit schneeweißem Gesicht steht vor ihrem Bett. Mit einem Becher flößt er ihr eine bitter schmeckende Flüssigkeit ein. Ehe sie sich wehren kann ist sie schon im Land der Träume versunken. Am Morgen, noch ganz benommen, stolpert sie in die Küche und trinkt ein Glas Wasser. Danach möchte sie schauen, ob ihre Mutter schon wach ist.

Als sie die Tür zum Elternschlafzimmer aufmachen will, kommt ihre Mutter heraus und schiebt sofort die Tür hinter sich zu. Der Vater befindet sich auf Dienstreise, darum kann es nichts mit ihm zu tun haben. Die Mutter benimmt sich eigenartig. Sie will, dass Sarah sofort zur Schule geht. Sie macht ihr nur noch schnell ein Pausenbrot, dann schiebt sie ihre Tochter zur Tür hinaus. Als Sarah sich in der Schule einer Lehrerin anvertraut, ahnt sie schon, dass ihr zu Hause nichts Gutes begegnen wird. Ob das komische Verhalten der Mutter etwas mit den High Heels zu tun hat, die man ihr kürzlich zugeschickt hatte?…

Max Bentow schafft es mühelos bei seinen Romanen, dass man sich gruselt und gleichzeitig gespannt darauf ist, ob Trojan den Täter schnappen wird oder nicht. Bei diesem Fall ist ihm in der Tat etwas besonders Kunstvolles gelungen. Auch, dass Kinder darunter zu leiden haben, dass sie ihre Mütter sterben, hat hier einen tieferen Sinn. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten. Führt Euch das beim Hörverlag erschienene Hörbuch zu Gemüte. Ihr werdet es nicht bereuen.

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