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Tschüss bis Januar 2020!

Liebe Leser!

Bei mir steht aus gesundheitlichen Gründen ab der kommenden Woche bis zum Jahresende eine umfassende Reha an. Aus diesem Grunde werde ich meine nächsten Beiträge erst zu Beginn des nächsten Jahres erstellen können. Ich hoffe, Ihr bleibt mir alle als Lesende dieser meiner Zeilen erhalten. Bis dahin sende ich Euch viele liebe Grüße,

Eure Stephanie

Pause

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Ein einziger Tag im Leben verändert alles: Bernhard Aichner – Der Fund

Kommen wir vom Klassiker doch gleich mal zur Neuerscheinung: Rita wollte eigentlich Schauspielerin werden. Sie lebt mit ihren Eltern in Österreich in der Nähe von Innsbruck. Am familieneigenen Bauernhof hat sie allerdings wenig Interesse. Einige Lehrer bescheinigen ihr schon früh, dass sie Talent für die Schauspielerei habe. Aber sie wird bei den Schauspielschulen abgelehnt. Darum macht sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Doch dann geschieht das Unerwartete: Ihre Eltern werden von einer vom Berg abgehenden Lawine verschüttet und sterben.

Daraufhin hängt sie ihren Beruf als Krankenschwester an den Nagel. Sie kann einfach nicht mehr mit Tod und Sterben umgehen. Nach dieser ganzen Misere lernt sie ihren zukünftigen Ehemann Manfred kennen. Dieser ist erst herzensgut zu ihr, entwickelt sich aber im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Arschloch. Auch gegenüber dem gemeinsamen Sohn, Wunschkind Theo, der schon nach wenigen Jahren Lebenszeit bei einem Autounfall stirbt. Rita arbeitet zu dieser Zeit bereits als Verkäuferin in einem Supermarkt.

Sie klammert sich immer mehr an den Job, damit sie wenigstens irgendetwas im Leben hat, was funktioniert. Für Manfred wird schon bald alles zu viel. Als er dann auch noch seinen Job verliert, beginnt er zu trinken. Just zu dieser Zeit macht Rita einen Fund im Supermarkt, der ihr Leben verändern soll. In einer Bananenkiste findet sie insgesamt 12 Päckchen Kokain. Diese wurden wohl aus Südamerika für Drogenhändler ins Land geschmuggelt.

Sie überlegt nicht lange und nimmt die Kiste mit den Bananen und dem weiteren gefährlichen Inhalt einfach mit nach Hause. Dort bringt sie die Kiste kurzerhand zu Greta , einer pensionierten Richterin und mittlerweile todkranken Frau aus der Nachbarschaft. Seit dem Tod ihres Sohnes hat sich Rita mit ihrem Säuferehemann Manfred nicht mehr viel zu sagen und kümmert sich lieber um Greta, die es ihr von Herzen dankt.

Als Greta den Fund der Verkäuferin erblickt, weiß sie zunächst auch nicht, was die zwei damit anstellen sollen. Dann hat sie jedoch eine Idee…

Bernhard Aichner beginnt so langsam, mein Lieblingsschriftsteller zu werden. Vor allem deshalb, weil seine Charaktere immer etwas sehr Sympathisches an sich haben. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Außerdem mag ich die Art, wie Hans Sigl das Ganze vorliest. Das gefiel mir auch schon bei Bösland. Christian Berkel konnte das bei Totenfrau allerdings auch sehr gut. Alles in allem gesprochen: Schauspieler können das Ganze grandios vortragen, aber Aigners sprachlicher Ausdruck ist von sich aus schon wunderbar.

Ich hoffe ich werde mir noch viele Romane von ihm anhören können. Der Fund aus dem Hörverlag ist wieder eine wirkliche Empfehlung von mir.

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Eine Bestatterin übt Selbstjustiz: Bernhard Aichner – Totenfrau

Bei diesem Euch vorgestellten Hörbuch kann man getrost schon von einem echten Klassiker reden. Es handelt sich um den ersten Teil der Brünhilde Blum Triologie von Bernhard Aichner, gesprochen vom ZDF-„Kriminalist“ – Darsteller Christian Berkel. Nachdem ich das später erschienene Bösland von Aichner besprochen hatte, bin ich irgendwie neugierig auf sein Hauptwerk geworden. Und das zu Recht, wie ich feststellen konnte. Denn schon gleich zu Beginn schildert der Erzähler, wie Brünhilde ihre Eltern zur Strecke bringt.

Die sind begeisterte Segler gewesen, darum gab es für die vierundzwanzigjährige Bestatterin nichts Besseres zu tun, als sie ertrinken zu lassen. Denn sie wurde von ihnen seit ihrer Kindheit behandelt wie ein Sklave. Schon gleich nach ihrem Tod konnte Brünhilde erleichtert das Bestattungsunternehmen ihrer Eltern übernehmen. Da sie bereits als Kind nichts anderes gelernt hatte, als die Toten für ihre Beerdigung herzurichten, war die diese Aufgabe für Sie nichts Außergewöhnliches.

Kaum ist sie mit dem Boot nach dem „Unfall“ ihrer Eltern in den Hafen zurückgekehrt, lernt sie auch schon ihren zukünftigen Ehemann Mark kennen. Der ist Polizist, hilft ihr an Land und beginnt mit ihr ein traumhaftes Leben, dass die zwei Kinder Uma und Nela krönen. Die Mädchen sind gerade drei und fünf Jahre alt, als Mark, der begeisterter Motorradfahrer ist, auf dem Weg zur Arbeit von einem Landrover erfasst wird und stirbt. Der Autofahrer begeht Fahrerflucht.

Für Brünhilde bricht eine Welt zusammen. Erst recht, als sie einige Zeit später erfahren muss, dass der vermeintliche Unfall vermutlich absichtlicher Mord gewesen ist. Von dem Moment an setzt sie alles daran, Marks Mörder zu finden und dessen Leben ihrerseits zu beenden…

Bernhard Aichner hat sich mit Brünhilde Blum eine grandiose, richtig gefühlvolle Figur ausgedacht, bei der man als Hörer schon Lust auf die nächste von ihr erdachte Tat bekommt. Vor allem deshalb, weil sie ja stets nur Gerechtigkeit für ihren verstorbenen Ehemann ausüben will. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie ihre Geschichte weitergehen wird.

Denn nach dem ersten Teil Totenfrau sind auch noch die beiden Teile Totenhaus und Totenrausch beim Hörverlag erschienen. Die werde ich mir in den nächsten Tagen zu Gemüte führen. Euch kann ich zu allen drei Teilen schon jetzt wirklich raten. Denn auch die beiden Fortsetzungen werden auf jeden Fall grandios sein. Da bin ich mir ganz sicher.

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Urlaubsfreuden werden zum Alptraum: Mark Franley – Heuchler

Nürnberg im Mai 2012: Die Stadt wird von einem sadistischen Serienkiller in Atem gehalten, der sich vorwiegend an kleinen Jungen vergreift. Als Hauptkommissar Mike Köstner und sein Kollege Peter Groß das vermeintliche Versteck des hochintelligenten Täters ausfindig machen, werden sie von einer bösen Falle überrascht. Dabei stirbt ein weiterer Junge und Kommissar Peter Groß landet im Krankenhaus. Hauptkommissar Köstner wird daraufhin vom Leiter des Kommissariats in den Urlaub geschickt.

Nach kurzem Widerstand entscheidet sich der Kommissar, gemeinsam mit seiner Familie in den Urlaub nach Finnland zu fahren. Dort mietet sich die Familie in der Nähe eines idyllischen Sees ein Ferienhaus. Der achtjährige Felix und seine Schwester Katja, 16 Jahre alt, sind begeistert. Auch Köstners Frau Petra, die grosser Finnland-Fan ist, freut sich auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann und den Kindern.

Was sie alle nicht ahnen können: Der Täter ist ihnen aus Nürnberg gefolgt und muss erfreut feststellen, dass sie in das Land fahren, in dem er sich schon seit Jahren immer wieder versteckt. Mehr noch: Er kennt sich sogar sehr gut aus in der Gegend, in der Mike und seine Familie ihren Urlaub verbringen wollen. Daraufhin beschließt er, dem Kommissar einen Denkzettel zu verpassen, den er und auch seine Liebsten nicht mehr so schnell vergessen werden …

Was es bei dieser Geschichte mit dem Titel Heuchler auf sich hat, das müsst Ihr schon selbst herausfinden. Ich war allerdings sehr angetan von der grandiosen Art und Weise, wie Mark Franley seinen Thriller auf die Spitze treibt. Insgesamt existieren von der Mike Köstner-Reihe sieben Titel, die hoffentlich alle noch von Audible vertont werden.

Mit Peter Weiß hat sich ein hervorragender Vorleser gefunden , der den Spannungsbogen wunderbar aufrecht erhält. Die erste Geschichte ist vom Anfang bis hin zum Ende spannend. So kann es weitergehen.

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Ein grausames Monster geht um: Alex North – Der Kinderflüsterer

Eigentlich bin ich kein Freund von Horrorgeschichten. Aber diese Story hat selbst mich in den Bann gezogen. Dabei fängt es eigentlich ganz harmlos an…

Tom Kennedy bezieht gemeinsam mit seinem siebenjährigen Sohn Jake ein neues Haus in dem kleinen englischen Ort Featherbank. Tom hatte sich dazu entschieden, umzuziehen, weil tragischerweise in ihrem alten Haus seine Frau Rebecca durch einen Treppensturz zu Tode gekommen ist. Außerdem hatte der kleine Jake seine Mutter nach ihrem tödlichen Unfall am Fuß der Treppe gefunden.

Um ihn in Zukunft nicht immer wieder an das grausige Erlebnis zu erinnern, beschließt Tom, ein neues Haus für sich und Jake zu suchen. Der Familienvater, der sein Geld als Autor verdient, findet schließlich ein schönes Häuschen in dem kleinen beschaulichen Ort. Allerdings muss er durch verschiedene Leute aus dem Ort erfahren, dass Featherbank leider gar nicht so beschaulich ist, wie es zunächst den Anschein erweckt. Vor genau 20 Jahren trieb ein Kinderschänder im Ort sein Unwesen, auf dessen Konto die Leichname von vier kleinen Jungen gehen. Aufgrund seiner Methode, die Kinder gefügig zu machen, wird er bis heute Der Kinderflüsterer genannt.

Mittlerweile geht offenbar ein Nachahmer im Ort um, denn schon wieder ist ein kleiner siebenjähriger Junge verschwunden. Der frühere Täter sitzt derzeit im Gefängnis. Er kann es also nicht gewesen sein. Als Jake plötzlich anfängt, merkwürdige Geräusche zu hören, Fratzen am Fenster zu sehen und Selbstgespräche zu führen, beginnt Tom sich zu fragen, ob die Bezeichnung „Gruselhaus“, wie diverse Leute aus dem Ort es nennen, für ihr neues Zuhause wirklich zutrifft…

Der studierte Philosoph und ehemalige Universitätsmitarbeiter Alex North aus dem englischen Leeds hat sich mit dieser Geschichte einen Kindheitstraum erfüllt. Er wollte schon immer als Autor arbeiten. Das sollte er auch auf jeden Fall weitermachen. Mit seinem ersten Thriller ist ihm ein grandioses und außerdem im Zeitkontext sozialkritisches Werk gelungen, das auf Deutsch nicht minder großartig von Stefan Kaminski als Hörbuch für Random House Audio eingelesen wurde. Ich freue mich schon auf die nächste Erzählung aus der Feder von Alex North.

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Das furiose Finale um den gefährlichsten Arzt Norddeutschlands: Klaus-Peter Wolf – Todesspiel im Hafen

In Norddeutschland ist er der Popstar unter den Serienkillern. So viele – vor allem weibliche – Fans hat er. Zu Beginn der Handlung jedoch sitzt Johannes Theissen alias Dr. Bernhard Sommerfeldt vorläufig in der JVA Meppen ein. Gemeinsam mit seiner Freundin Cordula wurde er dort von Hauptkommissarin Ann-Kathrin Klassen eingesperrt. Zwar behauptet Cordula, alle von ihm begangenen Morde ihrerseits begangen zu haben, jedoch glaubt ihr die Kommissarin nicht so recht.

Während Cordula noch auf ihren Prozess wartet, beschließt Dr. Sommerfeldt, erst einmal richtig krank zu werden. Denn auf diese Weise kann er in das Gefängniskrankenhaus der JVA Lingen verlegt werden. Natürlich bleibt er dort nicht allzu lange. In einem günstigen Moment entkommt er von dort und beschließt, sich erst einmal bei einem weiblichen Fan in Dangast unweit des Jadebusens zu verstecken. Wie so viele andere hatte diese Frau ihm einen Liebesbrief geschrieben und sich damit als heimliche Unterstützerin angeboten.

Doch auch bei ihr kann Dr. Sommerfeldt nicht allzu lange bleiben. Schließlich hat er noch eine Rechnung offen mit seinen Anverwandten in Bamberg. Ob er seine Rechnung wird begleichen können und ob die Polizei ihn entgültig fassen kann, das erfährt der Hörer im fulminanten Finale der Sommerfeldt-Triologie. Dieses trägt den Titel Todesspiel im Hafen und wird – wie schon die beiden Vorgänger Totenstille im Watt und Totentanz am Strand – vom Autor selbst vorgetragen. Klaus-Peter Wolf macht auch diesmal wieder einen sehr guten Job als Sprecher der Rolle des von ihm erdachten Serienkillers.

Das Hörbuch ist erneut im GoyaLit Verlag erschienen. Es kann neben der CD-Fassung bei Amazon und Co auch im neuen Downloadportal Höbu.de erworben werden. Dort findet man ein umfangreiches Sortiment an unterschiedlichen eBooks und Hörbüchern zum Download. Darunter auch sämtliche weitere Werke aus der Feder des Wahl-Nordeners Klaus-Peter Wolf. Auch ich bin schon mit dem ersten Hörbuch um Dr. Sommerfeldt großer Fan des falschen Arztes mit Praxis in Norddeich geworden und kann zu seinem Erschaffer nur eines sagen: „Experiment geglückt!“

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Von klein auf kriminell: Nele Neuhaus – Muttertag

Auf die Polizeikommissare Oliver von Bodenstein und Pia Sander kommt ein Fall zu, dessen Ausläufer bis hin in die achtziger Jahre zurückreichen. Dabei geht es um ein mittlerweile verstorbenes Ehepaar, das 30 Jahre lang Waisenkinder aus Kinderheimen aufgenommen, diese großgezogen und einen von ihnen unwissentlich zum Mörder gemacht hat. Denn innerhalb der letzten drei Jahrzehnte wurde im neuen Fall der beiden Hochheimer Kommissare fast jedes Jahr am Muttertag irgendwo in Deutschland eine junge Frau von ihrem Mörder in Frischhaltefolie gewickelt und in einem Gewässer ertränkt.

Vorab hatte die jeweilige junge Dame ein ungewolltes Kind zur Welt gebracht und dieses kurzerhand zur Adoption freigegeben. Als unter dem Hundezwinger hinter dem Haus des Ehepaares zwei weibliche Leichen gefunden werden beginnt für die beiden Ermittler ein Rätsel, in dem Kühltruhen und Computerhaker eine Rolle spielen und das sie schließlich bis hin zum Frankfurter Flughafen führen wird.

Wie von Nele Neuhaus gewohnt, ist es auch dieses Mal wieder ein äußerst komplizierter und sehr vertrackter Fall, bei dem auch Pia Sanders Schwester Kim involviert ist. Gerade darum hat es mir wieder riesigen Spaß gemacht, das immerhin fast 20 Stunden lange Hörbuch aus dem Hörbuch Hamburg Verlag, wie immer grandios gelesen von Oliver Siebeck, bis hin zur letzten Minute zu hören. Die Fälle dieser Autorin und ihres Ermittler Duos lohnen sich einfach. So war es auch dieses Mal der Fall. Ich kann Euch Muttertag also definitiv ans Herz legen.

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Warum musste der Prediger sterben? John Grisham – Das Bekenntnis

1946, Clenton, Ford County, Mississippi, USA: Der Großgrundbesitzer und Kriegsveteran Pete Benning erschießt eines Morgens den Methodisten Prediger Dexter Bell in seinem Büro. Anschließend lässt er sich wortlos vom ortsansässigen Sheriff festnehmen. Da seine Frau Liza einige Zeit zuvor aufgrund eines unbekannten psychischen Leidens in die örtliche Psychiatrie eingeliefert wurde, obliegt es nun seiner Schwester Flori Benning, die Geschäfte am laufen zu halten.

Weder die Angestellten der Bennings, noch hohe Würdenträger aus dem Ort können sich das Verhalten des Farmers erklären. Da zu dieser Zeit in Mississippi Mord noch immer mit dem Tod bestraft wird, muss rasch etwas geschehen, damit die Sache zugunsten Bennings aufgeklärt wird. Bennings Sohn Joel, der ohne das Einverständnis des Vaters von seinem College nach Hause zurückgekehrt ist, macht sich gemeinsam mit seiner Tante Flori auf die Suche nach den Gründen für die Tat.

Dabei fragen sich die beiden immer wieder, weshalb Joels Mutter Liza ausgerechnet jetzt in der Psychiatrie landen musste. Gibt es vielleicht auch dafür eine Erklärung, die mit Petes merkwürdiger Tat zu tun hat? Könnte es vielleicht sein, dass Liza während der kriegsbedingten Abwesenheit von Pete mit Reverent Bell ein Verhältnis hatte und dass Pete den beiden auf die Schliche gekommen ist? Fragen über Fragen, für die eine Antwort gefunden werden muss. Schließlich steht schon ein erstes Treffen der Geschworenen des Countys bezüglich des Mordfalls bevor…

Ich muss gestehen, ich habe bislang die Hörbücher von John Grisham immer gemieden. Nicht, weil ich sie langweilig fand, sondern weil ich vor gerichtlichen Themen immer ziemlich viel Respekt hatte. Auf Das Bekenntnis allerdings hat mich mein Vater gebracht, der selber lieber liest, statt hört. Der meinte erstens, dass das Thema ziemlich spannend sei und zweitens, dass dabei weniger ein Gericht, sondern vielmehr eine menschliche Tragödie im Vordergrund stehe. Da ich auch selbst schon einige Tragödien in meinem Leben erlebt habe, hat mich die Thematik wirklich neugierig gemacht. Jetzt kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. John Grishams wunderbare Erzählweise und Charles Brauers schöne stimmliche Klangfarbe haben es mir leicht gemacht, auch 20 Stunden Hörbuch durchzuhalten.

Das Buch ist bei Heyne als Hardcover erscheinen und das Hörbuch auf CD oder als Download bei Random House Audio.

 

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Verbrecherjagd 2.0 in London: Stephanie Marland – Wir sehen Dich

Ein traumatisches Erlebnis hat die in London lebende Clementine Starke zu einer einsamen Person gemacht. Um nicht gänzlich den Kontakt zu anderen Menschen zu verlieren, beschließt sie, sich im Internet einer Gruppe anzuschließen, die sich TrueCrimeLondon nennt. Die dortigen Mitglieder unterhalten sich im Netz über Verbrechen innerhalb der Stadt.  Sie gibt sich den Nickname „The Watcher“. Der Gruppengründer nennt sich „DeathStalker“ und gibt vor, Einblicke in polizeiliche Ermittlungen zu haben.

Ihm schwebt vor, sich online mit ausgewählten Mitgliedern der Gruppe zu vernetzen und mit ihnen gemeinsam der Polizei bei der Aufklärung eines Verbrechens zuvorzukommen. Innerhalb von London ist derzeit ein Serienkiller unterwegs, der es vorrangig auf junge Frauen abgesehen hat. Drei Morde gehen bereits auf sein Konto. Der Letzte geschah erst wenige Stunden zuvor. Die Presse hat dem Täter den Spitznamen „Der Lover“ verpasst. Diesen Kerl soll die Gruppe ausfindig machen. Clementine möchte dazu gehören und nimmt bereitwillig die Aufgaben an, die ihr der Gruppenchef erteilt. Bei ihrer Sichtung des aktuellen Tatorts macht sie auch entfernte Bekanntschaft mit Detektive Inspector Dominic Bell, der die Ermittlungen des zuständigen Polizeikommissariats leitet. Natürlich beachtet er sie nicht weiter.

Dafür begegnet sie außerdem einem älteren, fotografierenden Herrn, der sich ihr ebenfalls als Mitglied von TrueCrimeLondon vorstellt. Obwohl sie die Aufgabe hatte, Fotos vom Tatort zu machen, hat er diese Aufgabe bereits übernommen. Wütend wendet sie sich dennoch ihrer Aufgabe zu und läd ihre Fotos ebenfalls in den dafür vorbereiteten Ordner im Netz hoch. Danach macht sie sich auf ihrem Whiteboard Notizen zu allen Mitgliedern der Gruppe, die sie per Nickname schon kennt. Dabei fällt ihr auf, dass vor allem DeathStalker ein Mysterium bleibt. Er weiß viel über die Morde, verteilt Aufgaben und gibt sich dennoch bislang nicht zu erkennen. Sie fragt sich, was er zu verbergen hat.

Unterdessen ermittelt Detective Domenic Bell ebenfalls weiter in dem Fall der zuletzt getöteten Kate. Offenbar hatte sie ihren Mörder in einem Nachtclub kennengelernt, in dem sie zusammen mit ihrer besten Freundin etwas trinken gewesen ist. Doch mehr lässt sich über die Sache beim besten Willen nicht herausfinden. Genau, wie bei den anderen beiden Opfern. Es bleibt abzuwarten, wann sich Clementine und Dominic das nächste Mal begegnen und sich schließlich doch zusammentun, um den Fall miteinander zu lösen. Vorher wird Clementine ihrerseits allerdings dem Mörder verdammt nahe kommen…

Das Thema von Wir sehen Dich (erschienen ausschließlich als Download im Hörverlag) hat mich sofort angesprochen. Denn mir war bislang noch kein Hörbuch bekannt, in dem die Mitglieder eines Online-Forums sich miteinander verabreden und einen Mörder jagen. Eine coole Geschichte, die auf jeden Fall ihresgleichen sucht. Gelesen wird sie congenial von Uve Teschner und Luise Helm. Nachdem ich die Vita von Stephanie Marland gelesen hatte, wusste ich nun auch, wie sie auf diesen Thriller gekommen ist. Denn sie hat an der Uni zehn Jahre lang zu diesem Thema geforscht. Genauer gesagt, dazu, wie sich Menschen im Internet verhalten, wenn sie ihre wahre Identität nicht preisgeben müssen. Ich bin schon jetzt gespannt auf das nächste Buch aus Marlands Feder.

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