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Spionageermittlungen im deutschen Dreikaiserjahr: Axel Simon – Eisenblut

Als großer Fan des besten Hörbuchinterpreten, den die deutsche Audiobuchverlagslandschaft derzeit zu bieten hat, möchte ich gerne auf ein weiteres Leseprojekt von David Nathan eingehen. Dabei handelt es sich diesmal um etwas ganz Besonderes, nämlich einen historischen Spionage Krimi, der im deutschen Dreikaiserjahr 1888 in Berlin verortet wurde und im Argon Verlag erschienen ist.

Die Hauptrolle dabei spielt der verarmte ostpreußische Getreidejunker-Sohn Gabriel Landow und sein Helfer, der ehemalige Zikus-Trapezkünstler und mittlerweile einarmige Orsini. Beide sollen sich im Auftrag der Regierung auf die Suche nach dem Mörder dreier Staatsbediensteter machen, der immer noch nicht gefunden wurde. Hinter den Morden wird Spionage vermutet. Da Kaiser Friedrich III., Sohn Wilhelms I., mit Kehlkopfkrebs im Sterben liegt, wird vermutet, dass ausländische Kräfte bei seinem Tod noch ein wenig nachhelfen wollen.

Landow und Orsini machen sich, unabhängig voneinander, auf die Suche nach möglichen Verdächtigen. Dabei geraten sie, das eine oder andere Mal, in gefährliche Situationen, bei denen auch ihr Leben auf dem Spiel steht. Wird es ihnen gelingen, den Attentäter zu finden? Das müsst Ihr schon selbst beim Lauschen das elfeinhalbstündigen Argon-Hörbuches Eisenblut herausfinden.

Autor Axel Simon war in seinem Leben schon recht vielseitig unterwegs. Er hat Opern inszeniert und in einer Werbeagentur als Creative Director gearbeitet. Nun ist er unter die Autoren historischer Romane gegangen. Seinem Schreibstil merkt man jedoch auch seinen früheren Beruf als Werber deutlich an. Mit einer wunderbar bunten und lebendigen Ausdrucksweise bringt er selbst dem größten Geschichtsmuffel diese spannende Zeit in der deutschen Historie nahe.

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Der Lebensweg eines Unheil bringenden Matrosen: Sabine Thiesler – Versunken

Dieser Thriller von Sabine Thiesler ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber nachdem ich Zeckenbiss von ihr wahrlich genossen hatte, musste ich ihn einfach hören. Außerdem wird die spannende Handlung dieses Mal von David Nathan gelesen. Also konnte ich mit dem Hörbuch wirklich gar nichts falsch machen. Wie bei fast allen Erzählungen aus Sabine Thieslers Feder findet auch hier ein Großteil der Geschichte rund ums Mittelmeer statt und der italienische Inspektor Neri ist ebenfalls wieder mit von der Partie.

Alles beginnt jedoch an der deutschen Nordseeküste. Hier lebt der kleine Malte zusammen mit seinen Eltern in einem etwas abgelegenen Haus hinterm Deich. Schon früh liebt er es, zusammen mit einem mit der Familie befreundeten Fischer nach draußen auf die See zu fahren und dessen Netze einzuholen. Als er sieben Jahre alt ist, kehren die Eltern eines Abends von einer Einkaufstour nicht mehr nach Hause zurück. Sie hatten mit ihrem Auto einen Unfall, bei dem der Wagen in einen See gestürzt ist und beide jämmerlich ertrunken sind.

Nun ändert sich Maltes Leben drastisch. Das Jugendamt sprich das Sorgerecht für ihn seiner Tante zu, die in einem Hamburger Hochhaus lebt. Sie ist Arzthelferin und arbeitet meist bis zum späten Abend. Fortan muss er bei ihr in ihrer beengten kleinen Zweizimmerwohnung aufwachsen. Dabei wird er nicht nur von ihr, sondern auch von Mitschülern gedemütigt. Als er 18 Jahre alt wird, entflieht er der Enge des Hochhauses und rächt sich zuvor an seiner Tante.

Auf einem Binnenschiff lernt er dann das Handwerk des Matrosen. Danach fährt er zur See. Auf einem Containerfrachter provoziert er dabei einen Streit mit einem Chinesen. Vor diesem Mann und dessen Gefolgschaft muss er schon in Kürze fliehen. Das Schiff befindet sich zu diesem Zeitpunkt gerade vor der Insel Korsika im Mittelmeer. Malte kann sich retten und lernt schon kurze Zeit später an Land den deutschen, ehemaligen Unternehmer Werner Faenzi kennen. Dieser ankert dort mit seiner Yacht Aurora.

Malte bietet ihm seine Hilfe an. Werner, der auf seine Frau Vivian, eine in Nizza tätige Kostümbildnerin, wartet, nimmt die Hilfe gerne an, ohne zu wissen, was für einen Matrosen er sich da an Bord geholt hat. Denn auch Malte würde gerne einmal ein Schiff, wie die Aurora besitzen. Außerdem hat er auch sonst schon so einiges auf dem Kerbholz, von dem der Schiffseigentümer nicht das Geringste ahnt…

Sollte ich es in meinem Leben noch einmal schaffen, ein Buch zu schreiben, dann werde ich mir diese Autorin zum Vorbild nehmen. Sabine Thiesler ist eine grandiose Erzählerin, bei deren Geschichten man einfach nur voller Faszination dran bleiben will, weil sie einfach in jeglicher Hinsicht spannend sind. Außerdem schafft sie es, vielschichtige Charaktere zu erschaffen, die ganz nah am wahren Leben dran sind. Bei Malte fühlte es sich für mich an, als wäre ich mit ihm durchs Leben gegangen.

Auch Thieslers Schilderungen der italienischen Häfen sind schon alleine des Hörens wert. Sogar die Ehekräche des ermitteln Inspektors Neri haben hohen Unterhaltungswert. Ich freue mich schon auf Ihr nächstes Hörbuch, das sie auch gerne wieder selbst einlesen darf. Denn, dass David Nathan spannende Hörbücher, wie Versunken (erschienen bei Lübbe Audio) mit seiner Stimme erschaffen kann, das weiß man ohnehin sehr schnell, wenn man Hörbuchfan ist.

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Die Leichtigkeit des Seins wird mit dieser Geschichte fassbar: Stephen King – Erhebung

Mit 14 Jahren wurde ich das erste Mal mit dem Werk von Stephen King konfrontiert. Damals lief bei uns im Kino gerade der Film „Friedhof der Kuscheltiere“ an. Schon, als ich im Fernsehen Ausschnitte davon sah, bekam ich Panik. Horror ist nämlich überhaupt nicht mein Genre. Darum habe ich seither sämtliche Bücher von Stephen King und auch Filme, die daraus entstanden, gemieden.

Heute bin ich 30 Jahre älter, habe in meinem Leben selbst auch schon einigen Horror durchlebt und hatte nun das Gefühl, dass es an der Zeit ist, auch einmal einem Hörbuch von Stephen King eine Chance zu geben. Außerdem machte mich das Cover von Erhebung irgendwie neugierig.

Vertont wurde das bei Heyne erschienene Buch bei Random House Audio von David Nathan, der mir seinerseits sogar das Telefonbuch von Berlin vorlesen könnte; es wäre plötzlich spannend. Kein Wunder also, dass das Hörbuch grandios geworden ist. Zusammengefasst handelt es von Scott, einem Mann aus Castle Rock, der wie durch ein Wunder immer leichter und leichter wird. Wohin ihn das führt, das könnt Ihr Euch am besten selbst anhören.

Mir hat die dreieinhalbstündige Geschichte sehr gut gefallen. Glücklicherweise für mich war dieses Mal eher Spannung und Ungewissheit, als Horror im Spiel. Aber auch dieses Genre beherrscht Stephen King wahrlich meisterhaft. Mein Fazit: Es ist nie zu spät im Leben, jemandem eine Chance zu geben.