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Ein einziger Tag im Leben verändert alles: Bernhard Aichner – Der Fund

Kommen wir vom Klassiker doch gleich mal zur Neuerscheinung: Rita wollte eigentlich Schauspielerin werden. Sie lebt mit ihren Eltern in Österreich in der Nähe von Innsbruck. Am familieneigenen Bauernhof hat sie allerdings wenig Interesse. Einige Lehrer bescheinigen ihr schon früh, dass sie Talent für die Schauspielerei habe. Aber sie wird bei den Schauspielschulen abgelehnt. Darum macht sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Doch dann geschieht das Unerwartete: Ihre Eltern werden von einer vom Berg abgehenden Lawine verschüttet und sterben.

Daraufhin hängt sie ihren Beruf als Krankenschwester an den Nagel. Sie kann einfach nicht mehr mit Tod und Sterben umgehen. Nach dieser ganzen Misere lernt sie ihren zukünftigen Ehemann Manfred kennen. Dieser ist erst herzensgut zu ihr, entwickelt sich aber im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Arschloch. Auch gegenüber dem gemeinsamen Sohn, Wunschkind Theo, der schon nach wenigen Jahren Lebenszeit bei einem Autounfall stirbt. Rita arbeitet zu dieser Zeit bereits als Verkäuferin in einem Supermarkt.

Sie klammert sich immer mehr an den Job, damit sie wenigstens irgendetwas im Leben hat, was funktioniert. Für Manfred wird schon bald alles zu viel. Als er dann auch noch seinen Job verliert, beginnt er zu trinken. Just zu dieser Zeit macht Rita einen Fund im Supermarkt, der ihr Leben verändern soll. In einer Bananenkiste findet sie insgesamt 12 Päckchen Kokain. Diese wurden wohl aus Südamerika für Drogenhändler ins Land geschmuggelt.

Sie überlegt nicht lange und nimmt die Kiste mit den Bananen und dem weiteren gefährlichen Inhalt einfach mit nach Hause. Dort bringt sie die Kiste kurzerhand zu Greta , einer pensionierten Richterin und mittlerweile todkranken Frau aus der Nachbarschaft. Seit dem Tod ihres Sohnes hat sich Rita mit ihrem Säuferehemann Manfred nicht mehr viel zu sagen und kümmert sich lieber um Greta, die es ihr von Herzen dankt.

Als Greta den Fund der Verkäuferin erblickt, weiß sie zunächst auch nicht, was die zwei damit anstellen sollen. Dann hat sie jedoch eine Idee…

Bernhard Aichner beginnt so langsam, mein Lieblingsschriftsteller zu werden. Vor allem deshalb, weil seine Charaktere immer etwas sehr Sympathisches an sich haben. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Außerdem mag ich die Art, wie Hans Sigl das Ganze vorliest. Das gefiel mir auch schon bei Bösland. Christian Berkel konnte das bei Totenfrau allerdings auch sehr gut. Alles in allem gesprochen: Schauspieler können das Ganze grandios vortragen, aber Aigners sprachlicher Ausdruck ist von sich aus schon wunderbar.

Ich hoffe ich werde mir noch viele Romane von ihm anhören können. Der Fund aus dem Hörverlag ist wieder eine wirkliche Empfehlung von mir.