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Eine Bestatterin übt Selbstjustiz: Bernhard Aichner – Totenfrau

Bei diesem Euch vorgestellten Hörbuch kann man getrost schon von einem echten Klassiker reden. Es handelt sich um den ersten Teil der Brünhilde Blum Triologie von Bernhard Aichner, gesprochen vom ZDF-„Kriminalist“ – Darsteller Christian Berkel. Nachdem ich das später erschienene Bösland von Aichner besprochen hatte, bin ich irgendwie neugierig auf sein Hauptwerk geworden. Und das zu Recht, wie ich feststellen konnte. Denn schon gleich zu Beginn schildert der Erzähler, wie Brünhilde ihre Eltern zur Strecke bringt.

Die sind begeisterte Segler gewesen, darum gab es für die vierundzwanzigjährige Bestatterin nichts Besseres zu tun, als sie ertrinken zu lassen. Denn sie wurde von ihnen seit ihrer Kindheit behandelt wie ein Sklave. Schon gleich nach ihrem Tod konnte Brünhilde erleichtert das Bestattungsunternehmen ihrer Eltern übernehmen. Da sie bereits als Kind nichts anderes gelernt hatte, als die Toten für ihre Beerdigung herzurichten, war die diese Aufgabe für Sie nichts Außergewöhnliches.

Kaum ist sie mit dem Boot nach dem „Unfall“ ihrer Eltern in den Hafen zurückgekehrt, lernt sie auch schon ihren zukünftigen Ehemann Mark kennen. Der ist Polizist, hilft ihr an Land und beginnt mit ihr ein traumhaftes Leben, dass die zwei Kinder Uma und Nela krönen. Die Mädchen sind gerade drei und fünf Jahre alt, als Mark, der begeisterter Motorradfahrer ist, auf dem Weg zur Arbeit von einem Landrover erfasst wird und stirbt. Der Autofahrer begeht Fahrerflucht.

Für Brünhilde bricht eine Welt zusammen. Erst recht, als sie einige Zeit später erfahren muss, dass der vermeintliche Unfall vermutlich absichtlicher Mord gewesen ist. Von dem Moment an setzt sie alles daran, Marks Mörder zu finden und dessen Leben ihrerseits zu beenden…

Bernhard Aichner hat sich mit Brünhilde Blum eine grandiose, richtig gefühlvolle Figur ausgedacht, bei der man als Hörer schon Lust auf die nächste von ihr erdachte Tat bekommt. Vor allem deshalb, weil sie ja stets nur Gerechtigkeit für ihren verstorbenen Ehemann ausüben will. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie ihre Geschichte weitergehen wird.

Denn nach dem ersten Teil Totenfrau sind auch noch die beiden Teile Totenhaus und Totenrausch beim Hörverlag erschienen. Die werde ich mir in den nächsten Tagen zu Gemüte führen. Euch kann ich zu allen drei Teilen schon jetzt wirklich raten. Denn auch die beiden Fortsetzungen werden auf jeden Fall grandios sein. Da bin ich mir ganz sicher.

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Rezension zu J. D. Barker – The Forth Monkey

„4MK“ – Dieses Kürzel werden sich Hörer des von J. D. Barker geschriebenen Thrillers „The Fourth Monkey: Geboren, um zu töten“ , 2017 auf Deutsch als Hörbuch erschienen bei Random House Audio, sicherlich merken. Gelesen wird das Hörbuch in verteilten Rollen von Dietmar Wunder, Oliver Brod und Marie Bierstedt. Gut gewählte Stimmen zu einem Plot, der einen wahrlich erschaudern lässt.

Chicago: Es beginnt damit, dass ein Mann, der auf dem Weg zu einem Briefkasten ist, von einem Bus erfasst wird und dabei umkommt. In dem weißen Päckchen, das mit schwarzer Kordel  verschnürt wurde und das er in den Briefkasten schmeißen wollte, findet die Polizei ein abgeschnittenes Ohr. Damit wird Chief Inspector Sam Porter schnell klar, dass es sich bei dem Toten wohl um den Verbrecher handeln muss, dem er und sein Team schon eine ganze Weile auf den Fersen gewesen sind. Von dem Menschen, dem der Täter Schaden zufügen wollte, suchte er sich gezielt jemanden aus der Familie aus.

Vorab hatte sich dieser Mensch nicht an die Regel des wenig bekannten vierten chinesischen Affen gehalten: Tu‘ nichts Böses! Das Opfer wurde entfűhrt. Später erhielen die Familien exakt drei weiße Päckchen mit schwarzer Kordel. Im ersten befand sich ein Ohr, im Zweiten ein Auge und im Dritten die Zunge des Opfers. Wenig später wurde dann die Leiche gefunden. Das war schon sieben Mal so passiert, aber vom Täter fehlte immer jede Spur. Nun schien er sich wissentlich quasi selbst gerichtet zu haben, denn der Busfahrer beteuert glaubhaft seine Unschuld. Und das, obwohl sein achtes Opfer noch am Leben und irgendwo versteckt sein muss.

Porter macht sich auf die Suche. Als die Wohnung des Täters ausfindig gemacht und durchsucht wird, wird dessen Tagebuch gefunden. Aus den schrecklichen Schilderungen über sein Leben lassen sich einige seiner grausamen Taten ableiten. Aber hört einfach selbst hin. Mehr will ich nämlich nicht verraten… Außer, dass ich das Buch arg heftig, aber dennoch klasse finde. Es ist definitiv nichts für schwache Nerven und für Leute, die kein Blut sehen können.

Hörprobe