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Juristen leben oftmals gefährlich: Sabine Thiesler – Zeckenbiss

Lara Sennen, eine erfolgreiche Berliner Rechtsanwältin, macht, wie in jedem Jahr, mit ihrem Mann Bastian Urlaub in der Toskana. Er ist ein erfolgreicher Unternehmer, der nebenbei Polo spielt, auch in der Toskana. Sie beschäftigt sich vorrangig mit Jugendlichen, die straffällig geworden sind. Als Bastian wieder einmal in Italien ein Polospiel bestreitet, fährt sie mit. Dabei kommt Lara der Gedanke, doch in Italien ein Ferienhaus zu kaufen. Wie der Zufall es will, begegnet sie zufällig einem deutschen Makler, der in der Toskana Ferienhäuser feilbietet.

Zumindest behauptet er das. In Wirklichkeit führt er etwas ganz anderes im Schilde. Das bekommt Lara schmerzhaft hinterrücks zu spüren, als sie gerade ein Haus mit ihm besichtigt und die Aussicht genießt. Das Resultat daraus ist, dass sie stirbt. Genauso, wie ihr ergeht es einige Zeit später einem Richter aus Berlin. Er wird genau, wie Lara, erdrosselt. Hängen diese beiden Fälle zusammen? Und wenn ja, wie? Das erfährt der Hörer in Sabine Thieslers genialem Thriller Zeckenbiss, den die Autorin selbst als Hörbuch eingesprochen hat. (Was leider im Moment nicht mehr zu bekommen ist. Warum, das entzieht sich meiner Kenntnis.)

In Buch– und in ebook-Form ist er beim Heyne Verlag erschienen. Die Autorin spielt in ihrer Geschichte ebenso mit Klischees, wie mit malerischen Urlaubsbildern. Daraus setzt sich letztlich der spannende Plot zusammen. Eine ganz besondere persönliche Note bekommt der Thriller dadurch, dass sie ihn selbst vorträgt. Man merkt, das Sabine Thiesler in Berlin zusammen mit verschiedenen ausländischen Mitbürgern groß geworden ist und ein Faible für die Toskana hat.

Mir haben die Geschichte und das Hörbuch sehr gut gefallen. Es wäre schön, wenn es nicht das letzte Hörbuch wäre, was sie ihrem Publikum selbst vorträgt. (Vielleicht liest sie meinen Beitrag ja und fühlt sich dadurch ermuntert.)

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Ein grausames Monster geht um: Alex North – Der Kinderflüsterer

Eigentlich bin ich kein Freund von Horrorgeschichten. Aber diese Story hat selbst mich in den Bann gezogen. Dabei fängt es eigentlich ganz harmlos an…

Tom Kennedy bezieht gemeinsam mit seinem siebenjährigen Sohn Jake ein neues Haus in dem kleinen englischen Ort Featherbank. Tom hatte sich dazu entschieden, umzuziehen, weil tragischerweise in ihrem alten Haus seine Frau Rebecca durch einen Treppensturz zu Tode gekommen ist. Außerdem hatte der kleine Jake seine Mutter nach ihrem tödlichen Unfall am Fuß der Treppe gefunden.

Um ihn in Zukunft nicht immer wieder an das grausige Erlebnis zu erinnern, beschließt Tom, ein neues Haus für sich und Jake zu suchen. Der Familienvater, der sein Geld als Autor verdient, findet schließlich ein schönes Häuschen in dem kleinen beschaulichen Ort. Allerdings muss er durch verschiedene Leute aus dem Ort erfahren, dass Featherbank leider gar nicht so beschaulich ist, wie es zunächst den Anschein erweckt. Vor genau 20 Jahren trieb ein Kinderschänder im Ort sein Unwesen, auf dessen Konto die Leichname von vier kleinen Jungen gehen. Aufgrund seiner Methode, die Kinder gefügig zu machen, wird er bis heute Der Kinderflüsterer genannt.

Mittlerweile geht offenbar ein Nachahmer im Ort um, denn schon wieder ist ein kleiner siebenjähriger Junge verschwunden. Der frühere Täter sitzt derzeit im Gefängnis. Er kann es also nicht gewesen sein. Als Jake plötzlich anfängt, merkwürdige Geräusche zu hören, Fratzen am Fenster zu sehen und Selbstgespräche zu führen, beginnt Tom sich zu fragen, ob die Bezeichnung „Gruselhaus“, wie diverse Leute aus dem Ort es nennen, für ihr neues Zuhause wirklich zutrifft…

Der studierte Philosoph und ehemalige Universitätsmitarbeiter Alex North aus dem englischen Leeds hat sich mit dieser Geschichte einen Kindheitstraum erfüllt. Er wollte schon immer als Autor arbeiten. Das sollte er auch auf jeden Fall weitermachen. Mit seinem ersten Thriller ist ihm ein grandioses und außerdem im Zeitkontext sozialkritisches Werk gelungen, das auf Deutsch nicht minder großartig von Stefan Kaminski als Hörbuch für Random House Audio eingelesen wurde. Ich freue mich schon auf die nächste Erzählung aus der Feder von Alex North.

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Das furiose Finale um den gefährlichsten Arzt Norddeutschlands: Klaus-Peter Wolf – Todesspiel im Hafen

In Norddeutschland ist er der Popstar unter den Serienkillern. So viele – vor allem weibliche – Fans hat er. Zu Beginn der Handlung jedoch sitzt Johannes Theissen alias Dr. Bernhard Sommerfeldt vorläufig in der JVA Meppen ein. Gemeinsam mit seiner Freundin Cordula wurde er dort von Hauptkommissarin Ann-Kathrin Klassen eingesperrt. Zwar behauptet Cordula, alle von ihm begangenen Morde ihrerseits begangen zu haben, jedoch glaubt ihr die Kommissarin nicht so recht.

Während Cordula noch auf ihren Prozess wartet, beschließt Dr. Sommerfeldt, erst einmal richtig krank zu werden. Denn auf diese Weise kann er in das Gefängniskrankenhaus der JVA Lingen verlegt werden. Natürlich bleibt er dort nicht allzu lange. In einem günstigen Moment entkommt er von dort und beschließt, sich erst einmal bei einem weiblichen Fan in Dangast unweit des Jadebusens zu verstecken. Wie so viele andere hatte diese Frau ihm einen Liebesbrief geschrieben und sich damit als heimliche Unterstützerin angeboten.

Doch auch bei ihr kann Dr. Sommerfeldt nicht allzu lange bleiben. Schließlich hat er noch eine Rechnung offen mit seinen Anverwandten in Bamberg. Ob er seine Rechnung wird begleichen können und ob die Polizei ihn entgültig fassen kann, das erfährt der Hörer im fulminanten Finale der Sommerfeldt-Triologie. Dieses trägt den Titel Todesspiel im Hafen und wird – wie schon die beiden Vorgänger Totenstille im Watt und Totentanz am Strand – vom Autor selbst vorgetragen. Klaus-Peter Wolf macht auch diesmal wieder einen sehr guten Job als Sprecher der Rolle des von ihm erdachten Serienkillers.

Das Hörbuch ist erneut im GoyaLit Verlag erschienen. Es kann neben der CD-Fassung bei Amazon und Co auch im neuen Downloadportal Höbu.de erworben werden. Dort findet man ein umfangreiches Sortiment an unterschiedlichen eBooks und Hörbüchern zum Download. Darunter auch sämtliche weitere Werke aus der Feder des Wahl-Nordeners Klaus-Peter Wolf. Auch ich bin schon mit dem ersten Hörbuch um Dr. Sommerfeldt großer Fan des falschen Arztes mit Praxis in Norddeich geworden und kann zu seinem Erschaffer nur eines sagen: „Experiment geglückt!“

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Warum musste der Prediger sterben? John Grisham – Das Bekenntnis

1946, Clenton, Ford County, Mississippi, USA: Der Großgrundbesitzer und Kriegsveteran Pete Benning erschießt eines Morgens den Methodisten Prediger Dexter Bell in seinem Büro. Anschließend lässt er sich wortlos vom ortsansässigen Sheriff festnehmen. Da seine Frau Liza einige Zeit zuvor aufgrund eines unbekannten psychischen Leidens in die örtliche Psychiatrie eingeliefert wurde, obliegt es nun seiner Schwester Flori Benning, die Geschäfte am laufen zu halten.

Weder die Angestellten der Bennings, noch hohe Würdenträger aus dem Ort können sich das Verhalten des Farmers erklären. Da zu dieser Zeit in Mississippi Mord noch immer mit dem Tod bestraft wird, muss rasch etwas geschehen, damit die Sache zugunsten Bennings aufgeklärt wird. Bennings Sohn Joel, der ohne das Einverständnis des Vaters von seinem College nach Hause zurückgekehrt ist, macht sich gemeinsam mit seiner Tante Flori auf die Suche nach den Gründen für die Tat.

Dabei fragen sich die beiden immer wieder, weshalb Joels Mutter Liza ausgerechnet jetzt in der Psychiatrie landen musste. Gibt es vielleicht auch dafür eine Erklärung, die mit Petes merkwürdiger Tat zu tun hat? Könnte es vielleicht sein, dass Liza während der kriegsbedingten Abwesenheit von Pete mit Reverent Bell ein Verhältnis hatte und dass Pete den beiden auf die Schliche gekommen ist? Fragen über Fragen, für die eine Antwort gefunden werden muss. Schließlich steht schon ein erstes Treffen der Geschworenen des Countys bezüglich des Mordfalls bevor…

Ich muss gestehen, ich habe bislang die Hörbücher von John Grisham immer gemieden. Nicht, weil ich sie langweilig fand, sondern weil ich vor gerichtlichen Themen immer ziemlich viel Respekt hatte. Auf Das Bekenntnis allerdings hat mich mein Vater gebracht, der selber lieber liest, statt hört. Der meinte erstens, dass das Thema ziemlich spannend sei und zweitens, dass dabei weniger ein Gericht, sondern vielmehr eine menschliche Tragödie im Vordergrund stehe. Da ich auch selbst schon einige Tragödien in meinem Leben erlebt habe, hat mich die Thematik wirklich neugierig gemacht. Jetzt kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. John Grishams wunderbare Erzählweise und Charles Brauers schöne stimmliche Klangfarbe haben es mir leicht gemacht, auch 20 Stunden Hörbuch durchzuhalten.

Das Buch ist bei Heyne als Hardcover erscheinen und das Hörbuch auf CD oder als Download bei Random House Audio.