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Mörderisch schmackhaft: Jörg Maurer – Den letzten Gang serviert der Tod

Kommissar Hubertus Jennerwein aus dem schönen Allgäu wird in seinem 13. Fall zu einem ganz besonderen Gasthof, dem „Hubschmit’s“, gerufen. Hier trifft sich die örtliche Prominenz regelmäßig zum Kochen in einem extra dafür geschaffenen Kochclub. Doch nun wurde im Hubschmit’s dem ebenfalls zum Club gehörigen Chefkoch im wahrsten Sinne des Wortes die Suppe versalzen. Er wird niedergestochen und kopfüber in eine kochende Bouillabaisse versunken aufgefunden.

Kurze Zeit später wird auch sein Chef mit viel Heimtücke umgebracht. Als man ihn findet sitzt er vor einem Teller mit gekochten Steinpilzen. Vorab wurde er offensichtlich vergiftet. Jennerwein und sein Team müssen die beiden wahrhaft geschmacklosen Mordtaten aufklären. Was sogar ein ehemaliger Bundespräsident und Superstar Bob Dylan mit der ganzen Sache zu tun haben, das erfährt der Hörer aus dem Munde von Autor und Kabarettist Jörg Maurer höchstpersönlich. Auch Pilzliebhaber und Freunde der gehobenen Gastronomie kommen bei diesem Krimi auf ihre Kosten.

Mir gefällt es sehr gut, mit wie viel unterschwelligem Humor und zudem Liebe zum Detail Maurer seine Geschichten schreibt. Die knapp elf Stunden Spieldauer von Den letzten Gang serviert der Tod, erschienen im Argon Verlag, vergehen durch die launige Art seines Vortrages wie im Fluge und man hat dabei dann sogar noch was gelernt.

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Vom nutzlosen Langweiler zum auftragskillenden Womanizer: Jussi Adler Olsen – Miese kleine Morde

Lars Hvilling Hansen war Dänemarks erster „First Class Auftragskiller“ und einer von der wirklich raffinierten Sorte. Wie es dazu gekommen war? Nun, von seiner Frau war der Frührentner als Langweiler bezeichnet worden. Das konnte und wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, ging er erst einmal zum Haare schneiden, um ein anderer Typ zu werden und sich neu stylen zu lassen.

Der Friseur, der eigentlich Jens Sörensen hieß, nannte sich, dem Beauty Genre angemessen, François und war natürlich, ganz klischeemäßig, schwul. Dennoch hatte er für Frisuren und Beauty Behandlungen ein gutes Händchen, sodass ihn vor allen Dingen die Damen aus der gehobenen Gesellschaft aufsuchten, um sich hübsch machen zu lassen. Auch Lars war nach seiner hochprofessionellen Behandlung ein ganz neuer, selbstbewusster Mann geworden. Darum wurde er dort auch zum Stammkunden. Während eines Besuches bei François kam Lars ganz plötzlich eine grandiose Geschäftsidee. Mehrfach musste er mitanhören, wie einige Damen ihren Ehemann über den Jordan wünschten. Dafür waren sie auch bereit, ein gehöriges Sümmchen springen zu lassen.

Das war für Lars die Gelegenheit, sich künftig auf einfache Weise seine Brötchen zu verdienen. Als erstes krempelte er sein Leben komplett um, weil ihn reiche Damen zukünftig in der Rolle des tatkräftig zupackenden, verlässlichen Gigolos wahrnehmen sollten. Er erstellte Adresslisten mit den wichtigsten Schönheitssalons der Umgebung und überlegte sich detailliert, wie er sich bei seinen „Kundinnen“ anpreisen sollte als „Auftragsmörder erster Klasse“. Dann wagte er den nächsten Schritt.

Bei seinem nächsten Aufenthalt im Schönheitssalon lernte er Gitta kennen. Die wollte sich nur zu gerne ihres Mannes Frank entledigen. Bei der Frage der Bezahlung waren sich Lars und Gitta schnell einig. Also legte sich Lars in den nächsten Tagen auf die Lauer. Mithilfe eines Elektroschockgerätes wollte er dem Mann den Gar ausmachen. Ob ihm dieses und noch weitere Attentate gelingen sollten möchte ich an dieser Stelle nicht verraten…

Nur soviel: Jussi Adler Olsen hat sich mit seiner Crime Story Miese kleine Morde, erschienen als Hörbuch bei DAV und natürlich gelesen von Wolfram Koch, eine wirklich wunderbare schwarze Komödie ausgedacht. Da ich mittlerweile aus Krankheitsgründen auch Frührentnerin bin, wäre ich gerne bei Lars mit auf den Zug aufgesprungen, wenn es nicht so kriminell wäre. Das ist dann nämlich doch nichts für mich. Dennoch hat mir die Geschichte um Dänemarks First Class Auftragskiller sehr gut gefallen. Jedem, der gerne mal etwas Skurriles und Komisches hört, kann ich sie nur wärmstens ans Herz legen.