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Alles andere, als tottraurig: Richard Roper – Das Beste kommt noch

Der melancholische Andrew Smith ist Angestellter bei der Nachlassverwaltungsbehörde eines Londoner Stadtteils. Beim Bewerbungsgespräch dazu hatte er gegenüber seinem Chef Cameron über sich berichtet, er sei Vater von zwei Kindern und glücklich mit seiner Frau Dianne verheiratet. Außerdem würde ihm seine zukünftige Tätigkeit aufgrund des Nutzens für die Menschen viel Freude bereiten. Nichts davon stimmte.

In Wahrheit ist Andrew Single und lebt allein – ähnlich, wie viele seiner verstorbenen Kunden. Er beschäftigt sich dafür ausgiebig mit seinem Hobby Modelleisenbahnen und tauscht sich gern mit anderen Eisenbahnliebhabern in einem Forum im Internet aus. Über seine fiktive Familie erfindet er im Laufe der Zeit gegenüber seinem Chef und den Kollegen immer neue Geschichten. So hält er seine Lüge aufrecht. Bis seine neue Kollegin Peggy bei ihm im Büro anfängt. Schon während der Einarbeitung bemerkt er, dass sie ihm gefällt. Doch leider ist die temperamentvolle Rothaarige verheiratet und denkt auch dasselbe von ihm. Dennoch versucht er sein Glück bei ihr, denn ein solcher Mensch wird ihm so schnell nicht wieder begegnen…

Irgendwie haben mich Andrews Lügengeschichten an etwas erinnert, was mir selbst vor etwas mehr als 15 Jahren widerfahren ist. Jemand, bei dem ich glaubte, ihn sehr gut zu kennen, hat sich im Nachhinein als riesengroßer Lügenbold herausgestellt. Meine Geschichte ging damals darum auch nicht so gut aus, wie die romantische Liebesgeschichte von Richard Roper es vermutlich tun wird. Ich will Euch natürlich nicht zu viel davon verraten.

Als Hörbuchinterpret hat sich, nach meinem Empfinden, Matthias Matschke als echter Glücksfall herausgestellt. Denn er versteht es hervorragend, die leisen humorvollen Zwischentöne aus der Geschichte heraus zu kitzeln. Das Beste kommt noch ist im Argon Verlag erschienen und als romantische Komödie fürs Wochenende (oder in der Corona Zwangspause) wärmstens zu empfehlen.