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Wenn aus Freundschaft Besessenheit wird: Elisabeth Kay – Sieben Lügen

Was heißt es, von einem Menschen ganz und gar besessen zu sein? Wenn ein Mensch glaubt, ein anderer gehöre ihm. Wenn es sich dabei nicht mal um Mann und Frau handelt, sondern nur um beste Freundinnen. Dann könnte es sich dabei um den Roman Sieben Lügen von Elisabeth Kay handeln. Denn in diesem Roman erzählt Jane einer imaginären dritten Person von ihrem einmalig guten Verhältnis zu ihrer besten Freundin Marnie. Und von ihrer Eifersucht gegenüber Marnies Vorlobtem Charles, den sie von ganzem Herzen hasst und am liebsten umbringen möchte.

Er ist in dieser Hinsicht noch nicht mal der Einzige. Vor Charles hatte Marnie schon einige Freunde, die Jane wortlos aus ihrer Welt herausgeschafft hatte, ohne ihnen dabei auch nur ein Haar zu krümmen. Einfach, indem sie mit List und Tücke vorgegangen war. Charles allerdings gibt Jane auch mehr, als einmal die Gelegenheit dazu, ihn voll und ganz abzulehnen. Zur Hochzeit möchte er beispielsweise seine Mutter nicht dabei haben, weil sie krebskrank ist und er kranke Menschen hasst. Am Abend der Hochzeit fasst er Jane mit voller Absicht an die Brust. Natürlich ohne, dass Marnie es merkt.

Seine Wichtigtuerei vor Fremden mit seinen Erfolgen tut dazu noch ein Übriges. Jane sinnt nach Charles‘ Grabschereien auf eine Möglichkeit, diesen absolut verhassten Menschen ein für alle Male aus dem Verkehr zu ziehen. Schließlich ist Marnie IHRE Freundin und das soll auch so bleiben…

Um es gleich vorweg zu sagen: Elisabeth Kay ist mit ihrem bei Lübbe Audio erschienenen Hörbuch Sieben Lügen (brillant gelesen von Britta Steffenhagen) kein wirklicher Thriller, wohl aber eine interessante Persönlichkeitsstudie der Protagonistin Jane gelungen. Diese leidet ganz offensichtlich an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Das heißt, sie möchte ihre beste Freundin Marnie ganz für sich allein besitzen. Dabei stören andere Menschen natürlich vollends. Dass sie dabei noch nicht einmal vor einem Mord an Marnies Ehemann zurückgeschrecken will, ist ein weiteres Indiz für ihre krankhafte Weltsicht.

Mir hat bei dem gesamten Hörbuch zwar ein wenig die Spannung gefehlt, aber dafür bekam man Einblick in die Gedankenwelt eines oftmals nur heimlich agierenden besitzergreifenden Menschen, die sonst zumeist im Verborgenen bleibt. Das hat mir wiederum sehr gut gefallen.

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Juristen leben oftmals gefährlich: Sabine Thiesler – Zeckenbiss

Lara Sennen, eine erfolgreiche Berliner Rechtsanwältin, macht, wie in jedem Jahr, mit ihrem Mann Bastian Urlaub in der Toskana. Er ist ein erfolgreicher Unternehmer, der nebenbei Polo spielt, auch in der Toskana. Sie beschäftigt sich vorrangig mit Jugendlichen, die straffällig geworden sind. Als Bastian wieder einmal in Italien ein Polospiel bestreitet, fährt sie mit. Dabei kommt Lara der Gedanke, doch in Italien ein Ferienhaus zu kaufen. Wie der Zufall es will, begegnet sie zufällig einem deutschen Makler, der in der Toskana Ferienhäuser feilbietet.

Zumindest behauptet er das. In Wirklichkeit führt er etwas ganz anderes im Schilde. Das bekommt Lara schmerzhaft hinterrücks zu spüren, als sie gerade ein Haus mit ihm besichtigt und die Aussicht genießt. Das Resultat daraus ist, dass sie stirbt. Genauso, wie ihr ergeht es einige Zeit später einem Richter aus Berlin. Er wird genau, wie Lara, erdrosselt. Hängen diese beiden Fälle zusammen? Und wenn ja, wie? Das erfährt der Hörer in Sabine Thieslers genialem Thriller Zeckenbiss, den die Autorin selbst als Hörbuch eingesprochen hat. (Was leider im Moment nicht mehr zu bekommen ist. Warum, das entzieht sich meiner Kenntnis.)

In Buch– und in ebook-Form ist er beim Heyne Verlag erschienen. Die Autorin spielt in ihrer Geschichte ebenso mit Klischees, wie mit malerischen Urlaubsbildern. Daraus setzt sich letztlich der spannende Plot zusammen. Eine ganz besondere persönliche Note bekommt der Thriller dadurch, dass sie ihn selbst vorträgt. Man merkt, das Sabine Thiesler in Berlin zusammen mit verschiedenen ausländischen Mitbürgern groß geworden ist und ein Faible für die Toskana hat.

Mir haben die Geschichte und das Hörbuch sehr gut gefallen. Es wäre schön, wenn es nicht das letzte Hörbuch wäre, was sie ihrem Publikum selbst vorträgt. (Vielleicht liest sie meinen Beitrag ja und fühlt sich dadurch ermuntert.)

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Eine Bestatterin übt Selbstjustiz: Bernhard Aichner – Totenfrau

Bei diesem Euch vorgestellten Hörbuch kann man getrost schon von einem echten Klassiker reden. Es handelt sich um den ersten Teil der Brünhilde Blum Triologie von Bernhard Aichner, gesprochen vom ZDF-„Kriminalist“ – Darsteller Christian Berkel. Nachdem ich das später erschienene Bösland von Aichner besprochen hatte, bin ich irgendwie neugierig auf sein Hauptwerk geworden. Und das zu Recht, wie ich feststellen konnte. Denn schon gleich zu Beginn schildert der Erzähler, wie Brünhilde ihre Eltern zur Strecke bringt.

Die sind begeisterte Segler gewesen, darum gab es für die vierundzwanzigjährige Bestatterin nichts Besseres zu tun, als sie ertrinken zu lassen. Denn sie wurde von ihnen seit ihrer Kindheit behandelt wie ein Sklave. Schon gleich nach ihrem Tod konnte Brünhilde erleichtert das Bestattungsunternehmen ihrer Eltern übernehmen. Da sie bereits als Kind nichts anderes gelernt hatte, als die Toten für ihre Beerdigung herzurichten, war die diese Aufgabe für Sie nichts Außergewöhnliches.

Kaum ist sie mit dem Boot nach dem „Unfall“ ihrer Eltern in den Hafen zurückgekehrt, lernt sie auch schon ihren zukünftigen Ehemann Mark kennen. Der ist Polizist, hilft ihr an Land und beginnt mit ihr ein traumhaftes Leben, dass die zwei Kinder Uma und Nela krönen. Die Mädchen sind gerade drei und fünf Jahre alt, als Mark, der begeisterter Motorradfahrer ist, auf dem Weg zur Arbeit von einem Landrover erfasst wird und stirbt. Der Autofahrer begeht Fahrerflucht.

Für Brünhilde bricht eine Welt zusammen. Erst recht, als sie einige Zeit später erfahren muss, dass der vermeintliche Unfall vermutlich absichtlicher Mord gewesen ist. Von dem Moment an setzt sie alles daran, Marks Mörder zu finden und dessen Leben ihrerseits zu beenden…

Bernhard Aichner hat sich mit Brünhilde Blum eine grandiose, richtig gefühlvolle Figur ausgedacht, bei der man als Hörer schon Lust auf die nächste von ihr erdachte Tat bekommt. Vor allem deshalb, weil sie ja stets nur Gerechtigkeit für ihren verstorbenen Ehemann ausüben will. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie ihre Geschichte weitergehen wird.

Denn nach dem ersten Teil Totenfrau sind auch noch die beiden Teile Totenhaus und Totenrausch beim Hörverlag erschienen. Die werde ich mir in den nächsten Tagen zu Gemüte führen. Euch kann ich zu allen drei Teilen schon jetzt wirklich raten. Denn auch die beiden Fortsetzungen werden auf jeden Fall grandios sein. Da bin ich mir ganz sicher.

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Warum musste der Prediger sterben? John Grisham – Das Bekenntnis

1946, Clenton, Ford County, Mississippi, USA: Der Großgrundbesitzer und Kriegsveteran Pete Benning erschießt eines Morgens den Methodisten Prediger Dexter Bell in seinem Büro. Anschließend lässt er sich wortlos vom ortsansässigen Sheriff festnehmen. Da seine Frau Liza einige Zeit zuvor aufgrund eines unbekannten psychischen Leidens in die örtliche Psychiatrie eingeliefert wurde, obliegt es nun seiner Schwester Flori Benning, die Geschäfte am laufen zu halten.

Weder die Angestellten der Bennings, noch hohe Würdenträger aus dem Ort können sich das Verhalten des Farmers erklären. Da zu dieser Zeit in Mississippi Mord noch immer mit dem Tod bestraft wird, muss rasch etwas geschehen, damit die Sache zugunsten Bennings aufgeklärt wird. Bennings Sohn Joel, der ohne das Einverständnis des Vaters von seinem College nach Hause zurückgekehrt ist, macht sich gemeinsam mit seiner Tante Flori auf die Suche nach den Gründen für die Tat.

Dabei fragen sich die beiden immer wieder, weshalb Joels Mutter Liza ausgerechnet jetzt in der Psychiatrie landen musste. Gibt es vielleicht auch dafür eine Erklärung, die mit Petes merkwürdiger Tat zu tun hat? Könnte es vielleicht sein, dass Liza während der kriegsbedingten Abwesenheit von Pete mit Reverent Bell ein Verhältnis hatte und dass Pete den beiden auf die Schliche gekommen ist? Fragen über Fragen, für die eine Antwort gefunden werden muss. Schließlich steht schon ein erstes Treffen der Geschworenen des Countys bezüglich des Mordfalls bevor…

Ich muss gestehen, ich habe bislang die Hörbücher von John Grisham immer gemieden. Nicht, weil ich sie langweilig fand, sondern weil ich vor gerichtlichen Themen immer ziemlich viel Respekt hatte. Auf Das Bekenntnis allerdings hat mich mein Vater gebracht, der selber lieber liest, statt hört. Der meinte erstens, dass das Thema ziemlich spannend sei und zweitens, dass dabei weniger ein Gericht, sondern vielmehr eine menschliche Tragödie im Vordergrund stehe. Da ich auch selbst schon einige Tragödien in meinem Leben erlebt habe, hat mich die Thematik wirklich neugierig gemacht. Jetzt kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. John Grishams wunderbare Erzählweise und Charles Brauers schöne stimmliche Klangfarbe haben es mir leicht gemacht, auch 20 Stunden Hörbuch durchzuhalten.

Das Buch ist bei Heyne als Hardcover erscheinen und das Hörbuch auf CD oder als Download bei Random House Audio.

 

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Was geschah damals wirklich? Harlan Coben – In deinem Namen

Napoleon, genannt Nap, Dumas ist Mitte dreißig, Polizist und lebt in Westbridge, New Jersey. Er ist ein Einzelgänger, der in seiner Fantasie oft Gespräche mit seinem verstorbenen Zwillingsbruder Leo führt. Dieser wurde vor 15 Jahren, zusammen mit seiner damaligen Freundin Nancy, auf dem Nachhauseweg von einer Feier von einem Zug erfasst, als beide die Bahngleise ihres Ortes überquerten. Nap war damals mit seiner Eishockeymannschaft gerade bei einem Auswärtsspiel. Ob seine damalige Freundin Maura etwas von den Geschehnissen wusste, hat er nie herausfinden können. Denn sie war kurze Zeit später verschwunden.

Doch nun scheint sie unter anderem Namen in Pennsylvania wieder aufgetaucht zu sein. Denn von ihr wurde DNA in einem Wagen gefunden, in dem ein Mann saß, der einen Berufskollegen von Nap auf dem Gewissen hat. Dieser Kollege war Rex, ein früherer Schulkamerad von Nap und seiner Freundin Maura. Das alles erfährt Nap von Bates und Reynolds, zwei weiteren Berufskollegen aus Pennsylvania, die auf der Suche nach Bekannten von Rex und Maura, die sich heute Nancy nennt, sind. Nap fühlt, dass er Nancy, beziehungsweise Maura, schon bald wiedersehen wird.

Als er sich mit Ellie, seiner besten Freundin und Auskunftgeberin über die Geschehnisse ihres Heimatortes, in einem Diner trifft, ist sie überrascht über seine Neuigkeiten in Zusammenhang mit Maura. Sie gibt ihm sein von ihr 15 Jahre lang verwahrtes Jahrgangsbuch. Darin sind sowohl ein Foto von Naps verstorbenen Bruder Leo, als auch ein Foto von Rex. Beide tragen eine Anstecknadel mit zwei verschlungen Cs am Rever. Ein Zeichen für den Conspiracy Club, einer Art Geheimbund mehrerer Nerds innerhalb des Jahrgangs. Nap gehörte zwar selber nicht dazu, aber Maura war ebenfalls Mitglied in dem Club. Ellie findet es sonderbar, dass mit Leo und jetzt auch noch Rex schon zwei Mitglieder dieses Clubs tot sind. Offenbar gibt es einen Grund dafür, den Nap und sie nun herausfinden müssen…

Harlan Coben versteht es meisterhaft, seine Leser in seine Geschichten hineinzuziehen. In den Vereinigten Staaten ist er schon mit mehreren Krimipreisen ausgezeichnet worden. Vollkommen zu recht, wie ich finde. In deinem Namen, erschienen im Hörverlag und grandios vorgetragen von Detlef Bierstedt, wird nicht das letzte Buch sein, was ich von Coben hören werde. Eine wunderbar spannende Geschichte, bei der man auf jeden Fall wissen will, wie sie ausgeht.

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Schon bald müssen noch mehr Mädchen dran glauben: B.C. Schiller – Targa_Der Moment, bevor Du stirbst

Mädels, stellt Euch mal vor, Ihr studiert an einer renommierten deutschen Hochschule und habt einen verdammt gut aussehenden Dozenten, für dessen Aufmerksamkeit Ihr so ziemlich alles tun würdet. Eines Tages teilt er Euch mit, dass er beabsichtigt, eine exklusive Arbeitsgruppe zu gründen und Ihr als ein Teil davon ihn bei sich zuhause aufsuchen sollt. Ihr fühlt Euch geschmeichelt und nehmt den ersten Termin wahr, ohne allerdings zu ahnen, dass dieser der Letzte Eures Lebens sein wird. Denn dieser Dozent, nennen wir ihn Falk Sandmann, hat Eure Art des „Luft holens“ und des „langsam Erstickens“ als ganz besonderes Studienobjekt für sich vorgesehen…

So in etwa beginnt die Geschichte, in der Targa Hendricks eine besondere Rolle zuteil wird. Sie ist Teil einer Sondereinheit des BKA und Spezialistin für besondere Fälle, in denen es darum geht, den Täter in Sicherheit zu wiegen. Als Kind wurde sie von ihren Stiefeltern adoptiert. Davor musste sie bereits als Kleinkind die Hölle durchleben, weshalb sie kein wirkliches Gefühlsleben entwickelt hat. Bei ihrer Arbeit an emotional besonders berührenden Fällen ist dies manchmal sehr hilfreich. In dem beim Pinguin-Verlag als Taschenbuch erschienenen und bei audiomedia von Sascha Rotermund als Hörbuch gelesenen Thriller Targa – Der Moment, bevor du stirbst vom Autorenehepaar B. C. Schiller bleibt einem aufgrund der Grausamkeit des überaus raffinierten Täters des Öfteren einfach mal die Luft weg.

Als Targa unter einem Vorwand Falk zu Hause heimsucht, findet er Gefallen an ihr und überlegt, ob er vielleicht einen Kompagnon in ihr gefunden hat. Allerdings möchte sie in Wirklichkeit nur soviel wie möglich von ihm erfahren, um zu verhindern, dass er noch weitere Mädchen für sich gewinnt, um Ihnen anschließend buchstäblich die Luftzufuhr zu kappen. Ob ihr das gelingt, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. In jedem Falle ist der Stil, mit dem B. C. Schiller den Täter agieren lassen, maches Mal wirklich atemberaubend. Mir haben sowohl Buch, als auch Hörbuch sehr gut gefallen und ich war froh, während meines Studiums keinen Dozenten solcher Art gehabt zu haben.

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Vom nutzlosen Langweiler zum auftragskillenden Womanizer: Jussi Adler Olsen – Miese kleine Morde

Lars Hvilling Hansen war Dänemarks erster „First Class Auftragskiller“ und einer von der wirklich raffinierten Sorte. Wie es dazu gekommen war? Nun, von seiner Frau war der Frührentner als Langweiler bezeichnet worden. Das konnte und wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, ging er erst einmal zum Haare schneiden, um ein anderer Typ zu werden und sich neu stylen zu lassen.

Der Friseur, der eigentlich Jens Sörensen hieß, nannte sich, dem Beauty Genre angemessen, François und war natürlich, ganz klischeemäßig, schwul. Dennoch hatte er für Frisuren und Beauty Behandlungen ein gutes Händchen, sodass ihn vor allen Dingen die Damen aus der gehobenen Gesellschaft aufsuchten, um sich hübsch machen zu lassen. Auch Lars war nach seiner hochprofessionellen Behandlung ein ganz neuer, selbstbewusster Mann geworden. Darum wurde er dort auch zum Stammkunden. Während eines Besuches bei François kam Lars ganz plötzlich eine grandiose Geschäftsidee. Mehrfach musste er mitanhören, wie einige Damen ihren Ehemann über den Jordan wünschten. Dafür waren sie auch bereit, ein gehöriges Sümmchen springen zu lassen.

Das war für Lars die Gelegenheit, sich künftig auf einfache Weise seine Brötchen zu verdienen. Als erstes krempelte er sein Leben komplett um, weil ihn reiche Damen zukünftig in der Rolle des tatkräftig zupackenden, verlässlichen Gigolos wahrnehmen sollten. Er erstellte Adresslisten mit den wichtigsten Schönheitssalons der Umgebung und überlegte sich detailliert, wie er sich bei seinen „Kundinnen“ anpreisen sollte als „Auftragsmörder erster Klasse“. Dann wagte er den nächsten Schritt.

Bei seinem nächsten Aufenthalt im Schönheitssalon lernte er Gitta kennen. Die wollte sich nur zu gerne ihres Mannes Frank entledigen. Bei der Frage der Bezahlung waren sich Lars und Gitta schnell einig. Also legte sich Lars in den nächsten Tagen auf die Lauer. Mithilfe eines Elektroschockgerätes wollte er dem Mann den Gar ausmachen. Ob ihm dieses und noch weitere Attentate gelingen sollten möchte ich an dieser Stelle nicht verraten…

Nur soviel: Jussi Adler Olsen hat sich mit seiner Crime Story Miese kleine Morde, erschienen als Hörbuch bei DAV und natürlich gelesen von Wolfram Koch, eine wirklich wunderbare schwarze Komödie ausgedacht. Da ich mittlerweile aus Krankheitsgründen auch Frührentnerin bin, wäre ich gerne bei Lars mit auf den Zug aufgesprungen, wenn es nicht so kriminell wäre. Das ist dann nämlich doch nichts für mich. Dennoch hat mir die Geschichte um Dänemarks First Class Auftragskiller sehr gut gefallen. Jedem, der gerne mal etwas Skurriles und Komisches hört, kann ich sie nur wärmstens ans Herz legen.

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Von wegen „Bielefeld gibt’s nicht!“ Dann solltet Ihr mal „Yasemins Kiosk“ kennenlernen!

Die alleinstehende Nina Gruber ist Streifenpolizisten in Wuppertal. Doch ihrer Mutter zu Liebe, die psychisch krank ist, legt sie ein Sabbatjahr ein und kehrt zurück in ihre Heimatstadt Bielefeld, um sie zu pflegen. Dort merken Mutter und Tochter schon bald, dass sie lieber getrennt voneinander leben sollten. Also begibt sich Nina auf Wohnungssuche. Dabei muss sie feststellen, dass sogar in Bielefeld der Wohnungsmarkt angespannter ist, als sie vorab vermutet hat. Doch bei der achten Wohnung soll sie fündig werden.

Im fünfstöckigen Wohnhaus von Dorothee Klasbrummel, einer resoluten, etwa siebzigjährigen Dame ist im zweiten Stockwerk eine Dreizimmerwohnung mit Fenster im Badezimmer frei. Das Fenster ist Ninas einzige Bedingung für ein neues Zuhause, in dem sie sich wohl fühlen kann. Was ihr außerdem gut gefällt, ist, dass es im Erdgeschoss des Hauses einen kleinen Kiosk, genauer gesagt: Yasemins Kiosk gibt. Für Kaffee und frische Brötchen ist also täglich gesorgt.

Sie freundet sich mit der jungen türkischen Betreiberin Yasemin Nowak gleich bei Doro, die auf dem „Du“ besteht und sich über eine Polizistin in Ihrem Hause freut, an. Die heile Welt der drei Damen könnte schöner nicht sein, als Yasemin plötzlich eines Morgens eine Leiche in ihrer Altpapiertonne entdeckt. Es ist Adil, ein guter Bekannter von ihr. Nina und Doro beschließen, sich mit ihr auf die Suche nach dem Mörder zu machen. Dabei gehen die drei mit Geschick und Einfallsreichtum zu Werke und auch der Kiosk als Informationsbeschaffer spielt eine nicht unwesentliche Rolle.

Auf diesen schönen Krimi der gebürtigen Ostwestfälin Christiane Antons bin ich ganz zufällig im ebook-Netzwerk Netgalley.de gestoßen. Schon beim Lesen der ersten Kapitel wusste ich, dass er mir gefällt. Als er dann bei Audible.de exklusiv als Hörbuch, gelesen von Demet Fey, veröffentlicht wurde, habe ich ihn mir gleich gekauft. Und ich bin auch von der Fortsetzung und dem Schluss nicht enttäuscht worden. Der Krimi spiegelt ganz eindeutig wieder, dass die Autorin ihre Heimat liebt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Allen, die nun gerne wissen möchten, ob Bielefeld mitsamt seinen wunderbaren Einwohnern tatsächlich existiert, sei dieses Hörbuch wärmstens empfohlen.

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Wenn Kinder spurlos verschwinden…Rezension zu Tim Erzberg: Sturmfeuer

Anna Krüger ist Polizistin und liebt ihren Job. Und sie liebt die Nordseeinsel, auf der sie geboren wurde: Helgoland. Darum bewarb sie sich auch auf eine Stelle auf dieser Insel, als diese ausgeschrieben war. Das ist nun schon eine ganze Zeit her. Mit ihren Kollegen hat sie nun schon einen Mordfall auf der Insel gelöst, wie im Hörbuch Hell-Go-Land zu hören war. Dieser hatte sogar etwas mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun.

In Sturmfeuer, exklusiv erschienen bei Audible Studios und erneut äußert spannend erzählt von Frank Arnold, wird sie nun auf den Plan gerufen, als beim Helgoländer Störtebeker-Opti Cup, einer Regatta für die Allerjüngsten, ein Kind spurlos verschwindet. Kurze Zeit später werden, unabhängig voneinander, die Schwimmweste und auch das Boot des Zehnjährigen gefunden. Für alle Beteiligten steht fest, dass der Junge ertrunken ist. Den Vater des Jungen nimmt dessen Tod ganz besonders mit. Darum denken auch die meisten an Selbstmord, als dieser kurz darauf tot am Fuße einer Klippe gefunden wird. Für Anna, die so etwas wie einen siebten Sinn für solcherlei Ereignisse hat, steht fest, dass hier etwas nicht stimmen kann. Auch, als sie eines Abends wie durch Zufall dem Zwillingsbruder des toten Jungen begegnet und dieser vor ihr Reiß aus nimmt, ist sie alarmiert…

Autor Tim Erzberg ist erneut eine spannende Geschichte vor unvergleichlicher Kulisse gelungen. Helgoland ist nicht nur Deutschlands einzige Hochseeinsel, sondern ein Ort, an dem man nicht unbedingt sofort an ein Verbrechen denkt, wenn einmal etwas passiert. Denn eigentlich ist die Insel ein sehr beschaulicher Ort. Umso interessanter, dass dem Autor ausgerechnet Helgoland als Kulisse für Mord und Todschlag eingefallen ist. Sollte ich einmal die Gelegenheit haben, ihn zu interviewen, dann lasse ich Euch seine Antwort natürlich hier auf meinem Blog wissen.

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Der Tod einer Wissenschaftlerin gibt der Dubliner Polizei Rätsel auf – Olivia Kiernan: Zu nah

Detective Chief Superintendent Frankie Sheehan ist eine ganz besondere Polizistin. Mit viel Spürsinn, Einfühlungsvermögen und Mut zum Risiko begibt sie sich immer wieder in brenzlige Situationen. Früher war sie Streifenpolizistin in den schlimmsten Vierteln der Stadt, mittlerweile geht sie bei der Dubliner Kriminalpolizei auf Verbrecherjagd.

Zusammen mit ihren beiden Kollegen Jack Clancy und Baz Harwood macht sie sich in dem bei Harper Collins als Klappenbroschur und bei Lübbe Audio als Hörbuch erschienenen Fall auf die Suche nach dem Mörder der angesehenen Universitätsprofessorin Eleanor Costello. Zu nah hatte diese ganz offensichtlich ihren Mörder an sich heran und in ihr Leben hineingelassen. Daraufhin war sie erhängt in ihrer eigenen Wohnung aufgefunden worden.

Während die Polizisten noch rätseln, warum die am University College Dublin unterrichtende Professorin sterben musste, wird im Stadtteil Clontarf in einem Helloween-Feuer eine weitere Leiche entdeckt. In den noch glimmenden Überresten des Feuers finden Anwohner den verkohlten Leichnam der zuvor mit Gift getöteten Medizinstudentin Amy Keegan. Für Sheehan und ihre Kollegen stellt sich die Frage, ob beide Morde etwas miteinander zu tun haben. Kannten sich beiden Frauen? Welche Rolle spielten eventuelle gemeinsame Bekannte? Sind sexuelle Motive der Grund für das alles? Frankie und ihre Kollegen gehen der Sache nach…

Ein großartiges Debüt ist Olivia Kiernan mit diesem Roman gelungen. Düster, vielschichtig, mysteriös. Für mich auch aus einem ganz anderen Grund superspannend. Es war sozusagen ein auditives Wiedersehen mit Dublin. Dort habe ich dank eines Stipendiums meiner Schule eine wunderschöne Zeit verbracht. Und ausgerechnet meine irische Klassenlehrerin stammte aus Clontarf…

Ebenso einige andere Ecken dieser schönen Stadt sagten mir im Verlauf der Geschichte etwas. Aber auch Leute, die noch nie in Dublin waren sollten sich diesen Fall anhören. Mir hat das Hörbuch auch aufgrund der wunderbaren Sprecherin Sabina Godec sehr gut gefallen. Ich kann es jedem, zum Beispiel für einen verregnetes Ferienwochenende, nur ans Herz legen.