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Einmal Psycho, immer Psycho: Bernhard Aichner – Bösland

Ben ist 43 Jahre alt und hat ein langes leidvolles Dasein hinter sich. Vor genau 30 Jahren soll er seine damalige Freundin, die Apothekerstochter Matilda, auf dem Dachboden seines Elternhaus mit einem Golfschläger erschlagen haben. Dafür wanderte er zunächst einmal sieben Jahre in eine geschlossene Psychiatrie und danach in ein psychatrisches Wohnprojekt. 

Doch all die Jahre konnte Ben sich zwar daran erinnern, dass sein schon lange verstorbener Vater ihn dort oben auf dem Dachboden regelmäßig geschlagen hatte und er diesen Ort stets „Bösland“ nannte. Aber er konnte sich nicht daran erinnern, dass er selbst dort einmal gegenüber seiner Freundin handgreiflich geworden war. Nur, dass er sich mit seinem besten Freund Kux dort immer getroffen hatte, das wusste er noch sehr gut. Auch aus diesem Grunde wurde bei ihm eine dissoziative Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Wie dem auch sei. Mit 25 Jahren wurde er endlich aus dem psychiatrischen Wohnprojekt entlassen und konnte ein eigenes Leben beginnen.

Aber noch immer quält ihn das Ereignis von damals. Auch, wenn er mittlerweile ein vollkommen neues Leben begonnen hat, kehrt er schließlich doch wieder nach Hause zurück. Dort findet er ganz zufällig auf ebendiesem Dachboden die Erklärung dafür, warum er sich all die Jahre nicht an die Geschehnisse von damals erinnern konnte. Für ihn steht nun fest, dass jemand ihn damals als Bauernopfer genutzt hat. Darum ist es nun für ihn an der Zeit, die Sache endgültig zu klären…

Irgendwie haben mich Bens Erlebnisse stark an etwas erinnert, dass ich selbst heute vor genau 22 Jahren erlebt habe. Ich war damals zwar kein Bauernopfer, aber der Ersatz für jemand vollkommen anderes, dem etwas passieren sollte. Genau wie Ben hat mich das Erlebte von damals mein ganzes Leben lang geprägt. Insofern konnte ich mich sehr gut in diese Geschichte hineinversetzen. Ich möchte, im Gegensatz zu Ben, jedoch die Vergangenheit ruhen lassen. Bei ihm kann ich jedoch sehr gut verstehen, dass er dies nicht kann.

Bernhard Aichner hat mit „Bösland“, welches als Hörbuch und Download im Hörverlag erschienen ist, einen sehr spannenden, unvorhersehbaren Thriller geschaffen, den es sich wirklich zu hören lohnt. (Auch, weil Hans Sigl, den ich sonst nur als „Der Bergdoktor“ aus dem ZDF kenne, in der Sprecherrolle des „Ben“ brilliert.) Nun werde ich mich auch einmal an Aichners „Totenfrau“ Triologie heranwagen. Denn die ist mir bislang noch nicht an meine Ohren gekommen.