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Eine Schiffstour mit russischem Humor: Wladimir Kaminer – Die Kreuzfahrer

Als Autor satirischer Romane und Geschichten wird man heutzutage des Öfteren mal auf ein Kreuzfahrtschiff eingeladen, um dort Lesungen abzuhalten. So ging es auch Wladimir Kaminer und seiner Frau. Der Autor nimmt in Die Kreuzfahrer, erschienen bei Random House Audio, ihre auf Einladung erfolgte „Aida“-Kreuzfahrt zum Anlass, eine neue Satire zu schreiben. Die dreht sich natürlich um all die Leute, mit denen er auf dem Schiff konfrontiert wird. Aber auch um die Häfen, die das Schiff während der Kreuzfahrt ansteuert und den ihm begegnenden, auf Touristen zugeschnittenen, landestypischen Eigenarten.

Im Anschluss an diese Kreuzfahrt im Mittelmeer wird das Ehepaar Kaminer von einem niedersächischen Reiseveranstalter zu einer Kreuzfahrt auf der „Queen of the Seas“ nach Florida eingeladen. Zu den mitfahrenden Amerikanern fallen ihm gleich noch ein paar bissige, aber durchaus zutreffende Pointen ein. Denn aus der Sicht des Russen Kaminer wirken die Amerikaner überdreht, freundlich, aber auch irgendwie merkwürdig…

Ich liebe die wunderbare Art, mit der Kaminer auf seine satirische, teilweise sarkastische Weise die Menschen und Dinge, die ihm begegnen, auf die Schippe nimmt. Kein Wunder, dass er hierzulande so viele Fans hat. Auch bei diesem Hörbuch ließ er es sich nicht nehmen, die Geschichte selbst vorzutragen. Sein wunderbarer russischer Akzent lässt das Geschilderte noch authentischer rüberkommen. Wenn man ihm zuhört, hat man sofort das Gefühl, selbst auf den Schiffen dabei gewesen zu sein.

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Rezension zu Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Die britische Journalistin Lo Blacklock nimmt im beim Audio Verlag erscheinenen Hörbuch „Woman in Cabin 10“ stellvertretend für ihre Chefin an der Jungfernfahrt eines Luxus-Kreuzfahrtschiffes durch die Fjorde Norwegens teil. Damit wird ein kleiner Traum für sie war.

Doch in der ersten Nacht wird sie durch einen Schrei aus der Nachbarkabine geweckt. Dann hört sie, wie etwas Schweres über Bord geworfen wird. Total verängstigt alarmiert sie den für ihren Bereich zuständigen Schiffsoffizier. Doch die Nachbarkabine mit der Nummer 10 ist komplett leer. Lo versteht die Welt nicht mehr. Gerade am Vortag hatte sie sich von der jungen Dame, die in dieser Kabine wohnte, eine Wimpern-Mascara geliehen. Und nun soll sie gar nicht existiert haben?

Lo setzt alle Mittel in Bewegung, um die junge Frau zu finden. Aber je mehr Zeit vergeht und je mehr Leute sie befragt, desto weniger glaubt man ihr. Auch der Sicherheitschef des Schiffes glaubt eher an eine Alkoholfantasie ihrerseits, als an reales Geschehen. Lo muss sich zwar eingestehen, am Vortag relativ tief ins Glas geschaut zu haben, aber sie weiß trotzdem noch ganz genau, dass die junge Frau existiert und mit ihr wirklich gesprochen hat.

Unterdessen wird Lo von ihrem Freund als vermisst gemeldet. Seit dem Morgen, an dem sie sich auf den Weg auf das Schiff gemacht hat, hat er von ihr nichts mehr gehört. Weder per SMS, noch per Anruf und auch nicht per E-Mail. Da die Journalistin erst wenige Tage zuvor in ihrer Wohnung überfallen worden war, macht sich ihr Freund nun ganz besonders Sorgen um sie.

Lo hat mittlerweile viel mehr Probleme damit, auf ihrer Glaubwürdigkeit zu bestehen und dabei selbst nicht den Verstand zu verlieren. Denn sie ganz alleine weiß, dass ein Mörder auf dem Schiff ist und er es womöglich jetzt schon auch auf sie abgesehen hat…

Ein Thriller, der unter die Haut geht und an den Nerven zehrt. Solche Geschichten liebe ich. Ruth Ware kann sich nun getrost einreihen in die Riege der großen Spannungsautoren und Julia Nachtmann in die Gruppe der grandiosen Sprecherinnen. Dieses Hörbuch kann ich allen, die auf Nervenkitzel stehen, getrost empfehlen.

Hörprobe: