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Die Leichtigkeit des Seins wird mit dieser Geschichte fassbar: Stephen King – Erhebung

Mit 14 Jahren wurde ich das erste Mal mit dem Werk von Stephen King konfrontiert. Damals lief bei uns im Kino gerade der Film „Friedhof der Kuscheltiere“ an. Schon, als ich im Fernsehen Ausschnitte davon sah, bekam ich Panik. Horror ist nämlich überhaupt nicht mein Genre. Darum habe ich seither sämtliche Bücher von Stephen King und auch Filme, die daraus entstanden, gemieden.

Heute bin ich 30 Jahre älter, habe in meinem Leben selbst auch schon einigen Horror durchlebt und hatte nun das Gefühl, dass es an der Zeit ist, auch einmal einem Hörbuch von Stephen King eine Chance zu geben. Außerdem machte mich das Cover von Erhebung irgendwie neugierig.

Vertont wurde das bei Heyne erschienene Buch bei Random House Audio von David Nathan, der mir seinerseits sogar das Telefonbuch von Berlin vorlesen könnte; es wäre plötzlich spannend. Kein Wunder also, dass das Hörbuch grandios geworden ist. Zusammengefasst handelt es von Scott, einem Mann aus Castle Rock, der wie durch ein Wunder immer leichter und leichter wird. Wohin ihn das führt, das könnt Ihr Euch am besten selbst anhören.

Mir hat die dreieinhalbstündige Geschichte sehr gut gefallen. Glücklicherweise für mich war dieses Mal eher Spannung und Ungewissheit, als Horror im Spiel. Aber auch dieses Genre beherrscht Stephen King wahrlich meisterhaft. Mein Fazit: Es ist nie zu spät im Leben, jemandem eine Chance zu geben.

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Rezension zu Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Die britische Journalistin Lo Blacklock nimmt im beim Audio Verlag erscheinenen Hörbuch „Woman in Cabin 10“ stellvertretend für ihre Chefin an der Jungfernfahrt eines Luxus-Kreuzfahrtschiffes durch die Fjorde Norwegens teil. Damit wird ein kleiner Traum für sie war.

Doch in der ersten Nacht wird sie durch einen Schrei aus der Nachbarkabine geweckt. Dann hört sie, wie etwas Schweres über Bord geworfen wird. Total verängstigt alarmiert sie den für ihren Bereich zuständigen Schiffsoffizier. Doch die Nachbarkabine mit der Nummer 10 ist komplett leer. Lo versteht die Welt nicht mehr. Gerade am Vortag hatte sie sich von der jungen Dame, die in dieser Kabine wohnte, eine Wimpern-Mascara geliehen. Und nun soll sie gar nicht existiert haben?

Lo setzt alle Mittel in Bewegung, um die junge Frau zu finden. Aber je mehr Zeit vergeht und je mehr Leute sie befragt, desto weniger glaubt man ihr. Auch der Sicherheitschef des Schiffes glaubt eher an eine Alkoholfantasie ihrerseits, als an reales Geschehen. Lo muss sich zwar eingestehen, am Vortag relativ tief ins Glas geschaut zu haben, aber sie weiß trotzdem noch ganz genau, dass die junge Frau existiert und mit ihr wirklich gesprochen hat.

Unterdessen wird Lo von ihrem Freund als vermisst gemeldet. Seit dem Morgen, an dem sie sich auf den Weg auf das Schiff gemacht hat, hat er von ihr nichts mehr gehört. Weder per SMS, noch per Anruf und auch nicht per E-Mail. Da die Journalistin erst wenige Tage zuvor in ihrer Wohnung überfallen worden war, macht sich ihr Freund nun ganz besonders Sorgen um sie.

Lo hat mittlerweile viel mehr Probleme damit, auf ihrer Glaubwürdigkeit zu bestehen und dabei selbst nicht den Verstand zu verlieren. Denn sie ganz alleine weiß, dass ein Mörder auf dem Schiff ist und er es womöglich jetzt schon auch auf sie abgesehen hat…

Ein Thriller, der unter die Haut geht und an den Nerven zehrt. Solche Geschichten liebe ich. Ruth Ware kann sich nun getrost einreihen in die Riege der großen Spannungsautoren und Julia Nachtmann in die Gruppe der grandiosen Sprecherinnen. Dieses Hörbuch kann ich allen, die auf Nervenkitzel stehen, getrost empfehlen.

Hörprobe: