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Was der Hass eines Vaters doch für Folgen haben kann: Andreas Franz – Schrei der Nachtigall

Landwirt Kurt Wrontzek bricht sich eines Tages unerwartet bei einem Sturz von seinem Heuschober das Genick. Kurze Zeit später wird seine Tochter Allegra gemeinsam mit ihrem Freund Johannes in einen Autounfall verwickelt, bei dem der Freund stirbt. Allegra selbst wird fortan zur Wachkomapatientin.

Danach wird im Ort bekannt, dass der für die Gesunderhaltung der Großtiere des Bauern verantwortliche Tierarzt des Öfteren gemeinsam mit dem Landwirt beim örtlichen horizontalen Gewerbe zu Gast war. Dessen Frau war ebenfalls vor einigen Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Zufall, oder hängen diese ganzen Ereignisse irgendwie miteinander zusammen?

Hauptkommissar Peter Brandt von der Kripo Offenbach ermittelt. Dabei treten noch einige weitere Ereignisse zu Tage, von denen die Öffentlichkeit bislang noch nichts wusste…

Andreas Franz, der geniale Schriftsteller und Erschaffer dieser Zeilen, ist leider schon im Jahr 2011 verstorben. Dennoch wurde im August 2020 ein erneuter Teil seiner Reihe um den Ermittler Peter Brandt von Audio To Go mit Tommi Piper als Sprecher vertont.

Als Liebhaber von Krimi Hörbüchern solltet Ihr Euch Schrei der Nachtigall, ein wahres Prunkstück aus der Feder des viel zu früh verstorbenen Autors, auf keinen Fall entgehen lassen.

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Ein Mord und die familiären Schwierigkeiten eines Kriminalkommissars: Dietrich Faber – Toter geht’s nicht

Nele Neuhaus und ihre superspannenden Taunus-Krimis kennt hierzulande fast jeder. Aber habt Ihr schonmal von Dietrich Faber und seinem ebenfalls in Hessen am Vogelsberg beheimateten Hauptkommissar Henning Bröhmann gehört? Nicht? Das sollte sich ändern!

Jedenfalls dann, wenn man auf Krimikomödien und auf verkorkste Familiengeschichten mit quengelnden Kindern und ans Meer fliehenden Ehefrauen steht. Denn der erste bei Random House Audio erscheinene Bröhmann-Krimi Toter geht’s nicht enthält Elemente von beidem und das gepaart mit dem Mordfall an einem Karnevalsteilnehmer, in den sehr wahrscheinlich ein regional bekannter Schlagersänger involviert ist. Dieser Schlagerstar nennt sich „Herr Bert“ und hatte mit seinem Lied „Lass uns fummeln, Pummel“ bereits einen Bierzelte weiten Hit.

Hauptkommissar Bröhmann muss sich mit seiner jungen Kollegin Miriam Meisler auf die Suche nach dem Täter machen, denn sein „Lieblingskollege“ Markus Meirich fällt für unbestimmte Zeit aus, nachdem er erfahren muss, dass seine kleine Tochter schwer krank ist. An Bröhmann bleibt nun nicht nur die Fürsorge für den Rest seiner eigenen Familie hängen, sondern auch die Ermittlungsarbeit für einen Fall, der ihm alles andere, als behagt. Als er mit seiner Kollegin den Schlagersänger ausfindig gemacht hat und zum Verhör bittet, stellt sich zu allem Überfluss auch noch heraus, dass dieser ihn schon seit seiner Kindheit kennt. Wie soll er diesen Mann nun als vermeintlichen Täter überführen? Und wie soll es zudem mit seiner Noch-Ehefrau Franziska weitergehen?

Diese und weitere Fragen lassen sich nur beantworten mit: Reinhören und selber schmunzeln! Dieser Kommissar und seine mittlerweile fünf erschienenen Fälle sind es echt wert! Man merkt, dass Autor Dietrich Faber hauptberuflich selbst im komödiantischen Fach unterwegs ist. Ich als Freundin des guten Humors liebe dererlei komische Geschichten, die die graue Alltagswelt mit all ihren großen und kleinen Problemen einfach mal satirisch aufs Korn nehmen.

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Alles andere, als eine Strafe – Ferdinand von Schirachs neustes (Hör-)Buch


Ferdinand von Schirach kennt man als Prominentenanwalt und Buchautor. Sein Erstlingswerk „Verbrechen“ und auch das zweite Buch mit dem Titel „Schuld“ haben mir wirklich gut gefallen. Ebenso die dazugehörigen Verfilmungen. Die beiden Hörbücher wurden damals von Burkhardt Klaußner eingesprochen. Der machte seine Sache gut, aber seit seinem Buch „Die Würde ist antastbar“ spricht Herr von Schirach selbst die Hörbücher ein. Und das gefällt mir tatsächlich noch besser.

Nun ist mit „Strafe“ beim Hörverlag das neuste Hörbuch von Schirachs mit Schilderungen realer Schicksale heraus gekommen. Aus angebrachter Distanz und ohne Wertung skizziert er beispielsweise die Geschichte einer unfreiwilligen Schöffin, eines zum Säufer und Spieler gewordenen Rechtsanwaltes, eines auf kuriose Weise zum Schläger gewordenen Beamten und die einer jungen Frau, die freiwillig die Schuld eines anderen auf sich nimmt.

Insgesamt zwölf Geschichten trägt der Autor mit ruhiger, gelassener Stimme seinen Lesern vor. Die Bewertung des Geschilderten überlässt er dabei ganz seinen Hörern. Weil das Ganze aus dem Leben heraus beobachtet ist, wirken die geschilderten Personen nicht selten wie jemand, den oder dessen Geschichte man tatsächlich kennt. Ich bin von Berufs wegen schon immer neugierig auf die Geschichten von Menschen gewesen. Darum höre ich solchen Schilderungen, wie denen Ferdinand von Schirachs gerne und immer wieder gespannt zu. Wer von Euch ebenfalls gerne hinter die oberflächlichen Fassaden von Menschen schaut, dem sei dieses Hörbuch wärmstens empfohlen.

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