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Mein Lieblings-Integrations Albtraum: Jilet Ayse

Vor etwa zwei Jahren ist sie mir das erste Mal auf dem Fernsehbildschirm begegnet: Eine wohlbeleibte, dunkelblonde, langhaarige, junge türkisch-stämmige Frau, die wahrlich kein Blatt vor den Mund nimmt und in ihrer wunderbar eingefärbten deutschen Sprache sagt, was sie denkt. Intelligentes Kabarett mit Migrationshintergrund! Jilet Ayse, oder Idil Nuna Baydar – wie sie im wahren Leben heißt – (geboren in 1975 in Celle als Tochter türkischer Einwanderer)  bezeichnet sich in ihrem kürzlich zum Nachhören bei WortArt auf CD erschienenen Bühnenprogramm „Ghettolektuell“ als „Deutschlands Integrations Albtraum Nummer 1“.

Ich kann dazu nur sagen: Es müssten viel mehr (ausländische)  Mitbürgerinnen so auf Draht sein, wie diese Frau! Dann würden sie sowohl von Behörden als auch von ihren Ehemännern richtig ernst genommen werden! Selbstbewusst, intelligent und vieles hinterfragend. Das hat ihr schon einige wichtige Kabarett-Preise eingebracht. Und das zu Recht, wie ich finde. Jilet Ayse hat übrigens auch ihren eigenen YouTube-Kanal, auf dem sie regelmäßig zu Dingen des Alltags Stellung bezieht.

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„Die Zukunft wird groß“ meint „Das Lumpenpack“

Wer mich kennt, der weiß, dass ich seit mittlerweile 30 Jahren großer „Ärzte“ -Fan bin. ( Ich bin übrigens im Sommer 42 Jahre alt geworden.) Das heißt: Diese Band hat mich mit ihrer Musik bislang durch drei Viertel meines Lebens begleitet. Mit ihnen gleichziehen wird ohnehin niemand können. Aber vielleicht gibt es ja jemand Jüngeren, der ihre Nachfolge antreten könnte?! Für die heute noch junge Generation, zum Beispiel. Vor Kurzem sind mir zwei Jungs im Internet begegnet, für die das zutreffen dürfte. Sie singen beide, und einer der beiden spielt dazu Gitarre. Ihr Song „Guacamole“ ist bei YouTube schon seit Längerem in der Hitliste.

 

Als ich letztens auf 3sat meine Lieblings-Kabarett Sendung „Pufpaffs Happy Hour“ gesehen habe, konnte ich feststellen, dass dem dort ebenfalls geladenen „Lumpenpack“, so nennen sich Jonas Meyer und Max Kennel, mit „Eva P.“ sogar ein ähnlich guter Song wie „Schrei nach Liebe“ gelungen ist. Frech und witzig noch dazu. Das Thema ist sogar im Grunde genommen das Gleiche: Rechtsextremismus. Zwar heutzutage ein bisschen freundlicher verpackt, als zu Punkrock Zeiten, aber inhaltlich genauso sarkastisch, wie der Ärzte-Song aus dem Jahre 1993. Wie schon damals das Ärzte-Album „Die Bestie in Menschengestalt“  gehörte nun auch das bei ROOF Music erschienene Album „Die Zukunft Wird Groß“ ganz klar in meine Musiksammlung.

Außer „Eva P.“ gefallen mir auch die Lieder „Heilpraktiker“ und „Miriam“ sehr. Wenn die Jungs so weitermachen, werden sie mit Sicherheit auch in 30 Jahren noch viele Fans haben. Sie haben noch etwas mit den Ärzten gemeinsam: Live sind Sie mindestens 10 mal so gut wie auf Tonträger. Darum sei noch angemerkt, dass sie sich gerade auf Deutschlandtour befinden.